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Neuer Carport mit Photovoltaik auf dem Dach

Unserer Einfahrt von der Straße her folgend befindet sich eine etwa 100qm große Fläche, welche
ungenutzt an der nordwestlichen Grundstückecke platziert ist. Diese wird auf unserer Seite von
der WPC-Terrasse mit Gartenküche und unserem Hof eingegrenzt. Auf den anderen beiden Seiten
befindet sich eine Gartenanlage mit Wochendendlaube und der Hausgarten unserer Nachbarn.
Dieser Bereich sollte bereits vor vielen Jahren zur Parkfläche für die Bewohner unseres Hauses
umgebaut werden, was dann ab 2018 auch endlich geschah.

Das Grundstück zur Gartenanlage im Westen liegt ca. 1 Meter höher und wurde bis vor einem
Jahrzehnt von einer kleinen Gartenmauer aus Ziegelsteinen abgefangen. Nachdem diese Mauer
verfiel rutschte die Erde des Nachbargrundstück immer weiter in unseren Hof – und mit ihr auch
die sich oberhalb befindliche Gartenlaube. Über viele Umwege gab es irgendwann eine Einigung
mit den Laubenbesitzern und das kleine Gebäude wurde zurück gebaut. Für uns war dies der
Startschuss zum Bau eines Stellplatzes.

Zum Schutz für die Fahrzeuge sollte es eine überdachte Stellfläche werden – in unserem Falle ein
Carport. Die nach Südwesten gerichtete Dachfläche sollte darüber hinaus auch mit einer
Photovoltaikanlage bestückt werden da eine solche Anlage auf dem Dach unserer Villa nicht
darstellbar war.

Um unser Projekt zu starten musste zunächst die nach wie vor existente Hanglage gesichert
werden. Regen und Wetter sorgten nach wie vor für abgehende Erdmassen und
Ausschwemmungen. Ziel war es also diesen Hang auf einer Länge von gut 8 Metern nach
Südwesten und 7 Metern nach Norden mit einer Höhe von gut einem Meter abzufangen. Nach der
Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten von L-Teilen oder Gabionen fiel die Entscheidung zu
Gunsten einer Beton-Schalsteinmauer.

Bevor diese gebaut werden konnte, musste das besagte Areal jedoch zunächst eingeebnet
werden. Ich hatte also einen Mini-Bagger für ein Wochenende gemietet und auch einen Abnehmer
für den Erdaushub gefunden. An einem Samstag morgen ging es dann pünktlich zu Sache.
Mit dem Bagger wurde die Grenze zum Hang sauber abgetragen und in einer Gesamtfläche von
gut 10 x 10 Metern eingeebnet. Aus den geplanten 10 qqm Erde wurden dann kurzerhand gut 25
qqm schwerer Lehmboden. Der technische Ausfall des Transportfahrzeuges für die Erde, machte
das Chaos dann ab Mittag perfekt. Dennoch konnte das Einebnen an diesem Tage abgeschlossen
werden.

 

In der Folgewochen wurde dann, ebenfalls mit einem Minibagger, der Graben für das spätere
Fundament der Beton-Schalsteinmauer gezogen. Bei einer Schaufelbreite von 40cm und einer
Tiefe von 100cm kam natürlich wieder einiges an Aushub zustande. Dennoch verblieb genügend
Platz um den Frostschutz für das Fundament per LKW anzuliefern. Dieser wurde eingebracht und
mit einem „Frosch“ verdichtet. Nun konnte der Graben ausgemessen werden und mit einem
Nivelliergerät und Spannschnüren die richtige Flucht und Höhe des Fundaments festgelegt
werden. Der Beton wurde am Folgetag geliefert und entsprechend der Vorgaben eingebracht. Das
ganze sollte dann noch gut 4 Wochen aushärten ehe ich wieder Zeit und Material für die nächste
Etappe hatte. Die bestand nämlich aus dem Setzen der Schalsteine und dem anschließendem
ausgießen mit Beton.

Für die Mauer wurden insgesamt 100 Schalsteine im Format 50x25x25 benötigt sowie 3 Paletten
mit Fertig-Beton. Wieder an einem Samstag morgen ging es, gemeinsam mit meinem Vater ans
Werk. Zunächst wurde die erste Reihe in erdfeuchten Beton gesetzt und mit Hilfe einer
Richtschnur in Flucht und Höhe ausgerichtet. Anschließend erfolgt des Setzen von
Bewehrungseisen in der Vertikalen. Hierzu wurden an den passenden Positionen jeweils gut 30cm
tiefe Löcher in das Fundament gebohrt und die Bewehrungsstäbe eingesteckt. Parallel füllte ich
bereits den Beton – welcher über einen alten aber überaus robusten DDR-Betonmischer
hergestellt wurde – in die Schaltsteine.

 

Mit einem Versatz von einem halben Stein wurde anschließend die zweite Reihe der Schaltsteine
gesetzt, gefolgt – ebenfalls wieder mit Versatz, von der dritten Reihe. Der Beton wurde zeitgleich
von der Schubkarre mit einer Schaufel eingefüllt. Am folgenden Sonntag konnte ich dann die 4.
Reihe setzen und und komplett mit Beton verfüllen.

Da der Bereich hinter der Mauer mit dem Aushub wieder hinterfüllt werden sollte, wollte ich einen
Lastenausgleich für sich ggf. ansammelndes Regenwasser schaffen. So habe ich im unteren
Bereich der Mauer jeweils kleine KG-Rohre einbetoniert durch welche das Wasser dann ablaufen
könnte. Eine Drainageschlauch sollte diesen Effekt ebenfalls unterstützen. Mit dem Anbringen
einer Noppenbahn sollte die Mauer darüber hinaus auch gegen Wurzeln und andere
Fremdenwirkungen geschützt werden. Nun konnte das ganze in Ruhe durchtrocknen bevor ich mit
der Hinterfüllung beginnen konnte.

 

 

In der Zwischenzeit konnten wir uns in aller Ruhe um die Bestellung des Carports kümmern.
Dieser sollte mindestens 2 Fahrzeuge beherbergen können und keinen Mittelpfosten in der
Einfahrt haben. Das Angebot vor Ort war eher überschaubar. Im Internet hingegen überwältigend.
Aufgrund der unkomplizierten und vor allem sofortigen Angebotserstellung sowie den
versprochenen Möglichkeiten, entschieden wir uns für ein Modell des Herstellers „Easycarport“.
Der Hersteller verkauft diverse standardisierte Bausätze welche auf der Baustelle noch angepasst
werden können. Verschiedene Pakete wie das Regenrinnenset oder die Schneelastverstärkung
rundeten unser Paket ab. Die Lieferung sollte auf unseren Wunsch hin erst 2 Monate später
erfolgen. So hatten wir genügend Zeit für die weiteren Vorbereitungen. Da die Bauzeichnungen
und die H-Phostenanker jedoch umgehend zugesendet wurden, konnte ich die Fundamentpunkte
bereits setzen.

 

Mit Spannschnüren und Wasserwage wurden die Fundamentpunkte markiert und die Löcher mit
dem Mini-Bagger ausgehoben. Die Feinarbeiten erfolgten dann mit Spaten und Schaufel. Das
regnerische Wetter machte das Arbeiten auf dem Lehmboden zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig
so das sich die Arbeiten doch länger hinzogen als geplant.
Vom Wohnhaus zog ich einen Graben zum hinteren Pfosten. Hier sollten die Kabel für Strom und
Photovoltaik später einmal mittels Leerrohr untergebracht werden. Ich habe mich für zwei 120er
KG Rohre entschieden sowie zwei 32er Elektro-Leerrohre. So sollte ich auch für die Zukunft noch
genügend Reserven haben.

 

Zum Einbau der 4 H-Pfostenanker griff ich wieder auf mein bewährtes Prinzip der KG-Rohre
zurück. Hierzu habe ich die KG Rohre zunächst über alle vier Ecken in Flucht und Waage
ausgerichtet und mit Beton befestigt. In die Öffnungen der KG Rohre wurden dann die HPfostenanker
eingebaut. Mit dem Einsanden der KG-Leerrohre im Graben sowie dem Auffüllen und
Verdichten war der Untergrund soweit fast fertig. Ich habe danach noch vollflächig schweres Geo-
Vlies aufgebracht und eine ca. 20cm dicke Frostschutzschicht aufgetragen und verdichtet. Nun
konnte man bereits erkennen was hier mal entstehen würde.

 

 

Wenig später erfolgte auch die Lieferung des Carports. Dieser kam überpünktlich und problemlos
mittels 4ot Sattelzug an. Das Abladen erfolgte über den Huckepack-Stabler und ich war erstaunt
wie wenig Platz der verpackte Carport einnahm. Ein Aushaken der Versandliste zeigte jedoch keine
Fehlware da alles komplett, schadenfrei und und gut beschriftet geliefert wurde.

 

 

Bevor es an den eigentlichen Aufbau ging wollte ich die Positionen der H-Pfostenanker nochmals
mittels der echten Balken überprüfen und auch meine Werkzeuge entsprechend bereitlegen. Die
Frage nach den notwendigen Werkzeugen konnte ich schnell beantworten. Neben großen
Schraubzwingen und großen Torx-Bits (welche ich vorher bereits besorgt hatte), hatte ich alle
anderen Werkzeuge vorrätig. Leider verlief die Prüfung der Positionen für die H-Pfostenanker
nicht ganz so befriedigend. Durch das leichte (und gewollte) Gefälle sowie der Ungenauigkeit der
Wasserwaage auf die Längen von 6 Metern ergaben sich Höhenunterschiede von gut 5cm unter
den einzelnen Pfosten. Dies war zwar ärgerlich, könnte aber später mit einem gut berechnetem
Ablängen der Pfostensteher wieder ausgeglichen werden. Alles in allem war der Bausatz komplett,
die Baustelle vorbereitet und das Werkzeug ebenfalls vorrätig.

 

 

Mit ausreichender Manpower konnte der Aufbau an einem Samstag morgen starten. Zunächst
wurden die einzelnen Pfosten entsprechend meiner Berechnung gekürzt und in die HPfostenanker
eingebaut. Die Befestigung erfolgte vorerst mit Schraubzwingen. Anschließend
wurden die beiden Stirnbalken an den Seiten an die Pfosten angebracht. Auch hier erfolgte die
Befestigung zunächst mit Schraubzwingen bevor die langen Holzschrauben in Löcher gedreht
wurden welche zunächst mit einem Holzbohrer vorgebohrt wurden. Mit dem Einbau des
rückwärtigen Querbalken sowie des Stirnbalkens an der Front war die Stabilität bereits
grundsätzlich gegeben.

 

Von nun an ging es mit einer Aufteilung der Arbeiten weiter. Während zum
einen die Pfosten mittels der mitgelieferten Schrauben nun entgültig befestigt und die Querstreben
zwischen Pfosten und Stirnbalken verschraubt wurden, setzte die andere Arbeitsgruppe die
restlichen Querbalken in die die vorher zu montierenden Pfostenschuhe. Mit einer guten
Vorbereitung und tatkräftiger Unterstützung stand der Carport nach gut 4h und ich konnte meine
Bauhelfer dankend in den Feierabend entlassen. Gemeinsam mit meinem Vater wurde nun noch
die Regenrinne und der Abfluss, das Traufblech und das Trapezblechdach eingebaut. Nach
insgesamt 7h war dann auch für uns Feierabend angesagt.

 

 

 

In den folgenden Tagen wurde der Carport mit der mitgelieferten Farbe noch insgesamt 4x
gestrichen bevor ich den Dachkranz einbauen konnte. An dieser Stelle tauchten auch erstmalig
Fragen auf welche mir die bis dahin gute Aufbauanleitung nicht beantworten konnte. So bin ich
davon ausgegangen das der Dachkranz mit einem gewissen Abstand seitlich an den Stirnbalken
platziert wird damit das Regenwasser abtropfen kann und nicht über das Holz abläuft. Allerdings
fehlte es dann in der Länge der Bleche da sich diese dann nicht mehr überlagerten. Ein kurzer
Anruf beim Hersteller konnte jedoch Klarheit schaffen. Die Dachkranzbleche müssen sich
gegenseitig überlagern und demzufolge seitlich direkt an den Stirnbalken anliegen. Regenwasser
wird also seitlich über die Bleche am Holz entlang laufen.

Durch die Leerrohre habe ich dann auch die Kabel für Strom und Netzwerk eingezogen. Die
Beleuchtung im Carport erfolgt indirekt über ein LED Lichtband. Die Steuerung kann wahlweise
über einen Bewegungsmelder als auch über einen Wechselschalter erfolgen. Eine separate
Steckdose steht ebenso wie eine Überwachungskamera ebenfalls zur Verfügung.

 

 

Der Erdhang bzw. die hinterfüllte Erde hat sich nach nunmehr gut 4 Monaten deutlich gesetzt. Mit
dem Pflanzen einer Hecke nach hinten weg sowie verschiedensten Bodendeckern an der Seite
bekommt das Umfeld auch einige weitere optische Highlights. Die Mauer zu meinem Nachbarn
habe ich nach vorn hin mit einer Gabionenkonstruktion abgeschlossen. Hier habe ich zwei
schmale Gabionen in den Hang gesetzt um abrutschende Erde abzufangen ohne das anfallendes
Wasser aufgestaut würde.

 

 

Alles in allem steht der Carport nun gute 4 Monate. Das Dach ist dicht und schwitzt auch nicht von
unten. Das Gefälle habe ich auf 10% nach hinten fallend berechnet und eingebaut. So kann ich die
geplante Photovoltaikanlage direkt auf die Trapezfläche aufbringen ohne eine zusätzliche
Aufständerung zu verbauen um die Paneele vom Regenwasser reinigen zu lassen.
Ich habe zu jedem der einzelnen Bauabschnitte die Kamera mitlaufen lassen und die daraus
hervorgehenden Filme auf meinen Youtube Kanal eingebunden. Dort findet ihr weitere
Videos zum Carport sowie zu vielen anderen Projekten.

 

© 2019, commaik. Alle Rechte liegen beim Autor.

Mein Name ist Maik und betreibe dieses Bautagebuch nun schon seit 2008. Neben Familie und Beruf ist der Aus- und Umbau unserer Jugendstilvilla ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Hier im Blog gebe ich meine Erfahrungen wieder.

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