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Automatisierung im Garten – Ein Roboter putzt den Pool

Das eine gewisse Automatisierung im Garten durchaus ihren Reiz hat, habe ich im Blogeintrag zu
unserem Rasenroboter, einem Gardena Sileno+, bereits beschrieben. Noch vor dem Rasenroboter
hatten wir jedoch bereits einen anderen Roboter im Garten über den ich heute berichten möchte.

Als wir vor 2 Jahren unseren Pool in Betrieb genommen haben, habe ich mir noch nicht all zu viele
Gedanken um die Reinigung des Beckens gemacht. Die Qualität des Wasser wurde durch den
Sandfilter und eine Chlor-Dosierstation sowie die regelmäßige Zugabe von Flockkartuschen
aufrecht gehalten. Die Oberfläche war durch eine Solarplane vor Staub und Pollen geschützt und
den Dreck am Poolboden habe ich mit einem Poolbesen gekehrt und anschließend über einen
Poolsauger in den Sandfilter gesaugt. Speziell dieser Aufgabe bin ich immer Sonntags, fast schon
rituell, nachgegangen.

Leider hat sich aber insbesondere im Frühjahr und Herbst gezeigt, das aus
dieser entspannenden Tätigkeit schnell echte Arbeit werden konnte. Aus den Magazinen meines
Poollieferanten kannte ich bereits die Möglichkeiten eines Poolroboters zur Reingung eines
Schwimmbeckens. Deren Möglichkeiten ignorierte ich jedoch zunächst da aus meiner damaligen
Sicht kein annehmbares Preis-Leistungsergebnis gegeben war. Ich fand für eine wöchentliche
Arbeitsersparnis von einer Stunde den Preis von mindestens EUR 800,00 einfach zu hoch.

Da unser Pool aber von allen Hausbewohnern genutzt werden kann und wird, mußte ich dennoch eine
gewisse Sauberkeit gewährleisten und wollte mir den Aufwand erleichtern.

Ich informierte mich also zunächst über automatische Saugroboter. Diese Konstruktionen gibt es in den
verschiedensten Ausführungen und Größen. Letztlich handelt es sich aber um einen flachen
Aufsatz mit Kehrborsten am Boden welche den Dreck zur Mitte des Aufsatzes hin lenken. Dort sitzt
der Poolschlauch welcher wiederum mit dem Einlauf im Skimmer verbunden ist. Durch den
Unterdruck, welchen die Poolpumpe erzeugt, wird dann zum einen der Dreck eingesaugt (und
landet im Sandfilter) und zum anderen bewegt sich das Konstrukt automatisch über den Boden.

Vorteil eines solchen Saugroboters ist das er, einmal ins Wasser gebracht, komplett selbstständig
arbeitet. Der Nachteil ist jedoch die extrem lange Zeit die er benötigt um wirklich alle Bereiche am
Beckenboden zu erreichen. Außerdem ist der Skimmer in dieser Zeit durch den Schlauch blockiert.
Es wird also immer nur der Boden und nicht die Oberfläche gereinigt.

Dies war für mich keine Option und ich befasst mich dann doch tief ergehend mit den echten Poolrobotern. Die Firmen
Dolphin und Zodiac sind mehr oder weniger die Platzhirsche auf diesem Gebiet und verkaufen ihre
jeweils eigenen Technologien welche aber grundsätzlich auf dem gleichen Prinzip basieren.

Ein Roboter befährt auf Rädern oder Gummiketten aktiv den Boden des Pools. Am Boden befindet sich
auf der Unterseite eine Öffnung durch die mittels einer Turbine Wasser (und Schmutz) eingesaugt
wird. Dieses Wasser wird durch einen Microsiebfilter gedrückt und wieder ausgestoßen. Der
Schmutz verbleibt im Sieb welches später von Hand ausgewaschen wird. Die Reinigung wird meist
noch durch aktive Walzenbürsten, welche den Schmutz zur Öffnung kehren, unterstützt. Einige
Modell befahren neben dem Boden auch die Wände oder Treppen. In jedem Fall ist der Roboter
über ein Steuerkabel mit einem externem Steuergerät verbunden welches ihn mit Strom
(Niederspannung) versorgt und auch steuert. Und während die meisten Geräte selbstständig nach
dem Chaosprinzip den Boden abfahren, kann man andere Roboter mittels Fernbedienung sogar
aktiv an gewünschte Stellen lenken.

Nach der Ermittlung unserer Bedürfnisse sollte es dann der Dolphin E10 werden. Dieser Roboter gehört zur Einstiegsklasse der Premiummarke und hat
lediglich ein Automatikprogramm. In gut 90 Minuten fährt der Roboter den Boden zigmal kreuz
und quer ab und filtert der Dreck. Auf eine Reinigung der Wände bis zur Wasserlinie wie beim
Dolphin E20 habe ich verzichtet. Bei der ovalen Poolform würde die Renigungswalze an der Front
des Gerätes an den Rundungen des Beckens nicht flächig aufliegen können.

Nachdem der erste Kauf völlig schief ging, folgte die Lieferung beim zweiten Versuch schnell und problemlos. Zum
Lieferumfang gehört neben dem Roboter lediglich ein Standardfilterkorb und das Steuergerät. Am
Roboter selber ist ein ca. 8m langes Steuerkabel, inkl. Schwimmer, fest verbaut. Dieses wird über
eine simple 2-Kontakt-Buchse in das Steuergerät geschraubt. Dieses Wiederum wird über einen
220V Schukostecker mit Strom versorgt. Für den ersten Start wurde der Roboter zunächst ins
Wasser gelassen und die Kabel entsprechend verbunden.

Das Gerät ist sehr gut austariert und sinkt nur langsam zu Boden. Zieht man sacht am Kabel erhebt er sich umgehend wieder vom
Boden – leicht wie eine Feder. Zum Starten muß beim Dolphin E10 lediglich der einzig vorhandene
große Knopf am Steuergerät betätigt werden. Der Roboter fährt daraufhin rückwärts bis zur
nächsten Begrenzung bzw. Wand und dann nach vorne. Trifft er frontal auf einer Wand befährt er
diese in der Senkrechten auf ca. 50cm und lässt sich dann wieder zurück zum Boden fallen. Ab und
zu vollführt er beim zurückfahren dann einen Wheelie. Er geht also mit der Schnauze nach oben
und dreht sich um 90° bevor er weiter fährt. Auf diese Art erreicht er dann nach und nach jeden
Fleck im Pool.

Das gefilterte Wasser bläst der Roboter an der hinteren Oberseite wieder aus. An
der Wasseroberfläche kann man dann gut die doch recht kräftige Strömung erkennen. Auf diese
Weise wird auch das Wasser kräftig durchmischt. Dies fördert die Durchmischung von kalten
Wasser am Beckenboden mit den warmen Schichten an der Oberfläche. Außerdem wird so
zusätzlich der Schmutz oberhalb des Bodens nach oben geströmt und kann schneller zum
Skimmer gelangen wo er abgesaugt wird. Ist das Zeitprogramm abgelaufen bleibt der Roboter
dann einfach stehen. Man sollte also regelmäßig einen Kontrollblick ins Wasser werfen. Dann zieht
man das Gerät sacht am Kabel zum Beckenrand. Am oben angebrachten Griff kann man ihn dann
direkt aus dem Wasser heben. Außerhalb des Wassers sollte man übrigens nicht am Kabel ziehen
da der Widerstand zu groß wäre.

Schlussendlich folgt die Reinigung. Hierzu wird der Roboter oben
am Hebel mit einer Hand geöffnet und der Filterkorb herausgenommen. Es handelt sich hierbei
wirklich um eine kleines Körbchen mit einer Öffnung am Boden. Nach dem Ausschütten und
Schütteln sprühe ich den Korb dann einfach von außen mit einer Handbrause vom Gartenschlauch
ab bis aller Dreck weg ist. Dann kann der Korb wieder eingesetzt werden und fertig.

Die Walzenbürste und die nicht ganz so gut zugängliche Turbinenschaufel befreie ich alle 2
Monate von verfilzten Haaren. Die wickeln sich da ähnlich auf wie an einer Staubsaugerwalze.

Seit gut zwei Jahren fährt unser Wasserrobbi nun während der Saison jeden Sonntag den Pool ab.
Situationsbedingt aber auch öfter. Wenn ich z.B. merke dass das Sieb mit einer leicht schleimigen
Masse benetzt ist, kommt der Robbi direkt für einen zweiten Reinigungsgang wieder zurück in
den Pool. Gleichzeit werden dann natürlich die Chemiewerte gemessen und ggf. nachgestellt.

Welches Fazit möchte ich geben? So ein Roboter ist eine feine aber auch teure Sache die sich ab
einer gewissen Poolgröße absolut lohnt. Aufblasbare Pools oder Planschbecken gehören meiner
Meinung nach aber nicht dazu. Den Verzicht auf die Wandreinigungsfunktion bis zur Wasserlinie
habe ich bisher nur einmal bereut. Damals war das Chlor im Dosierer alle und das Becken war kurz
vorm kippen. Den Boden hatte der Robbi nach 3 Durchgängen wieder sauber, aber die Ränder
mußte ich mit dem großen Besen mühsam von Hand schrubben. Dennoch würde ich angesichts
des Mehrpreises von Dolphin E10 zum Dolphin E20 mich wieder für den E10 entscheiden. Die
Reinigungsleistung passt einfach.

Beachten sollte man dass das Kabel keine Entzwirbelfunktion
hat. Da der Roboter sich beim lenken immer in die gleich Richtung bewegt, wickelt sich das Kabel
nach und nach um sich selber. Aber selbst nach einem dreimaligem Einsatz direkt nacheinander
kam es zu keinerlei Problemen da das Kabel lang genug für meinen Pool ist. Notfalls muß das
Kabel zwischen den Reinigungsvorgängen von Hand entwirrt werden.

Das Programm kann übrigens jederzeit mit einem Druck auf den großen Knopf am Steuergerät beendet werden. Ein
erneuter Druck startet den Durchgang aber wieder komplett. Es gibt also keine Pause-Funktion.
Besondere Bedingungen zur Einlagerung im Winter sind mir übrigens nicht bekannt. Unser Robbi
verbringt die kalte Jahreszeit im dunklen trocken Keller. Viele Poolshops empfehlen aber die Zeit
für eine Wartung zu nutzen und das Gerät einzuschicken. Das habe ich bisher noch nicht getan.
Alles in allem funktioniert dieser Teil der Automatisierung wirklich gut und ich kann die
Anschaffung eines Poolroboters dementsprechend nur empfehlen.

 

© 2019, commaik. Alle Rechte liegen beim Autor.

Mein Name ist Maik und betreibe dieses Bautagebuch nun schon seit 2008. Neben Familie und Beruf ist der Aus- und Umbau unserer Jugendstilvilla ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Hier im Blog gebe ich meine Erfahrungen wieder.

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