Automatisierung im Garten – Einbau und Nutzung des Rasenroboters Gardena Sileno+

Unser Garten auf der Südseite umfasste im Jahr 2017 ca. 500qm an vorhandener und noch anzulegender Rasenfläche. Dazu kommen nochmal rund 100qm auf der Ostseite. Für die Pflege meines so geliebten “Golfrasens” musste also viel Zeit aufgewendet werden. Neben dem regelmäßigem Bewässern wurde auch zweimal die Woche mit dem Rasenmäher gemäht. Da ich auf der Südost-Seite nochmals rund 500qm Fläche habe könnte sich die gesamte Rasenfläche jedoch noch deutlich vergrößern. Dieser Bereich ist jedoch durch hohe und dichte Buchen überwachsen und bietet dem Gartenfreund derzeit keine Grundlage für irgendwelche Anpflanzungen. Dennoch wollte ich, auch unter dem Aspekt das mit zunehmendem Alter die Gebrechlichkeit steigt oder mir schlicht die Zeit zur Rasenpflege fehlt, die Pflege meines Grüns automatisieren. Und während ich aktuell an einer automatischen Bewässerungsanlage arbeite, soll es in diesem Blogeintrag um den Einbau und die Nutzung meines Rasenroboters gehen. Bereits Anfang 2017 interessierte ich mich hin und wieder sporadisch für Rasenroboter. Mein Nachbar hatte ein solches Gefährt laufen und ich fand es faszinierend dem kleinen Krabbler zu zuschauen. Dennoch kam der Entschluss erst in unserem Sommerurlaub als ich die kleinen Mäher mehrfach live und hautnah erleben konnte. Um den für unseren Garten passenden Roboter zu finden waren zunächst wieder tiefergehende Recherchen angesagt.

Zunächst sollte der Mäher ein Gefälle von teilweise 15-20% meistern können. Auch eine Zuteilung von verschiedenen Startzonen wäre sinnvoll da sich der Rasen auf insgesamt drei abgegrenzte Grünflächen verteilte welche miteinander verbunden waren. Diese Passagen sind zum Teil aber auch nicht breiter als 150cm und somit nicht für jeden Mäher geeignet. Auch die Randmähfunktion durfte keinesfalls unterschätzt werden. Der Handel bietet Modelle mit einer randlosen Mähfunktion an, jedoch entschied ich mich dafür sämtliche Rasenflächen über den Rand hinaus befahrbar zu machen damit wirklich keinerlei manuelle Nacharbeiten nötig würden. Unter all diesen Aspekten kam dann ein Husqvarna oder ein fast baugleiches Gerät der Tochter Gardena in Betracht. Unter finanziellen Aspekten entschied ich mich dann für den Gardena Sileno+ 1300. Dieser sollte alle Anforderungen erfüllen können und hätte mit einer theoretischen Mähkapazität von 1300qm noch reichlich Luft. Jedem Interessenten sollte an dieser Stelle bereits klar sein, das die 1300qm nur bei einer 24/7 Nutzung (also 24h am Tag und 7 Tage die Woche Mähen und Akkuladen) erreicht werden.

Die Lieferung erfolgte relativ schnell und in tadellosen Zustand. Geärgert habe ich mich lediglich über meine eigene Dummheit: Neben dem Sileno+ gibt es nämlich auch den Smart Sileno+ welcher zusätzliche Smartfunktionen (Handysteuerung und Wettersteuerung usw.) integriert hat. Der Preis war zum Kaufzeitpunkt runde 250,- höher allerdings gab es zu dem Zeitpunkt eine 10% Cashback Aktion. Die Smart-Funktionen hätten für mich also faktisch keinen Mehrpreis bedeutet. Aber egal, es geht auch ohne. Und notfalls kann man das Gerät auch später einmal austauschen und die vorhandene Garteninstallation einfach weiter nutzen.

Teile des ersten Rasenstückes sollten erst Anfang 2018 angelegt werden, und so beschloss ich den Roboter zunächst nur auf dem mittleren Rasenstück zu installieren und die Fläche dann später auszudehnen. Die Installation ist mit etwas Planung denkbar einfach. Die Ränder werden mit einem Seitenbegrenzungskabel abgesteckt welche in der Ladestation enden. Der Roboter überfährt das Kabel um ca. 25cm und übermäht es mit ca. 10cm. Diese Werte lassen sich im Menu noch anpassen (was ich bisher nicht machen musste). Da der Roboter die Rasenfläche in alle Richtungen überfahren kann, habe ich das Begrenzungskabel mit einem Abstand von 10cm zur Rasenkante verlegt. Um dem Rasenmäher die Möglichkeit der Überfahrbarkeit zu geben gibt es neben Randsteinen oder Mähkanten auch die Option Trennstreifen aus Zierkies anzulegen. Ich habe mich für letztere Variante mit weißem Mamorkies entschieden. Zwar holt der Roboter beim Mähen ab und an mal einen Stein mit zurück in den Rasen, aber im großen und ganzen passt das schon.

Das besagte Begrenzungskabel (50m Rolle war im Lieferumfang dabei) wird mittels Plastikhaken im Boden befestigt. Auf ein Eingraben habe ich verzichtet um das Kabel bei Bedarf noch unproblematisch umlegen zu können. Außerdem ist es bereits nach mehreren Wochen Rasenwachstum nicht mehr zu sehen. Die Kabelenden habe ich mit jeweils etwa 1m Reserve dann seitlich unter die Ladestation geführt und an den vorgesehenen Anschlüssen auf der Rückseite montiert. Neben einem Fäustel für die Plastikhaken benötigt man
nur noch eine Zange um die Elektroanschlussstecker auf das Kabel zu crimpen. Ein Inbusschlüssel um die mitgelieferten Erdankerschrauben zum Befestigen der Ladestation einzudrehen wird mitgeliefert. Ich habe die Station aber zunächst nur mit Pflastersteinen eingebaut. Auf der Wiese stehend sollten die Erdschrauben jedoch unbedingt verwendet werden da der Roboter die Station sonst bei jeder Einfahrt immer weiter nach hinten schiebt.

Ein zweites Kabel wurde danach ebenfalls hinten an der Ladestation angeschlossen und mittig unter der Station zum Rasen geführt.
An diesem Steuerkabel orientiert sich der Mäher wenn er aus bzw. in die Ladestation fahren möchte. Die hierbei befahrene Korridorbreite oder die Entfernungen der einzelnen Zonen am Kabel entlang lassen sich einfach programmieren und sind auch in der Anleitung recht gut beschrieben.
Dieses Steuerkabel verlegte ich nun an den äußersten Rand dieses Rasenstücks und verband es da mit dem Begrenzungskabel.

Die wasserdichten Verbinder sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten und sind (mit einer Wasserpumpenzange) kinderleicht anzuschließen. Auch dieses Kabel wurde mit den Haken im Boden befestigt und es fehlte nun nur noch der elektrische Anschluss. Dieser erfolgt über ein zweiadriges 12V Kabel welches auf der einen Seite an die Ladestation gesteckt wird, und auf der anderen Seite an den Trafoschukostecker angeschlossen wird. Das Kabel bzw. die fest verbauten Anschlüsse sind dabei in beide Richtungen klein genug um sie durch ein M25er Leerrohr in der Hauswand in den Keller zu schieben. Dort erfolgte dann der Anschluss an das Stromnetz. Sofern alles richtig angeschlossen wurde, leuchtet in der Ladestation gut sichtbar eine grüne Kontrolllampe – und das tat sie in meinem Falle auch.

Nun folgte die erstmalige Synchronisierung des Mähers mit der Station. Ein Vorgang der im Bedienmenu selbsterklärend abläuft, ebenso wie die Parameter für den Timer oder die Diebstahlsicherung. Das Gerät ist mittels Zahlencode individuell blockiert. Bei jedem Zugriff auf das Menu muss dieser erneut eingegeben werden. Da ich mein Gerät zusätzlich bei Gardena registriert habe, ist ein Diebstahl verlorene Liebesmühe – er funktioniert eben nur auf meinem Rasen! Und das er funktioniert zeigte er dann bei der ersten Probefahrt. Der Timer wurde deaktiviert und er konnte loslegen.

Der Roboter fährt auf vier Rädern wobei die hinteren jeweils unabhängige Antriebsräder sind. Die Lenkung erfolgt ebenfalls über die beiden hinter Räder. Im vorderen Drittel befindet sich unter dem Mäher ein höhenverstellbarer Drehteller an welchem außen drei bewegliche Klingen angebracht sind. Die Klingen ähneln in ihrer Form und Größe einer klassischen Rasierklinge und sind beinahe auch so scharf. Der Grashalm wird somit nicht wie beim großen Rasenmäher abgeschlagen sondern wirklich abgeschnitten. Dreht sich während der Fahrt nun dieser Teller werden die Klingen durch die Zentrifugalkraft nach außen getrieben und schneiden das Gras. Die Mahd verbleibt dabei auf dem Rasen und verrottet wieder. Ein Rasenroboter ist also eher ein Mulcher denn ein Mäher.

 

 

Der Roboter verrichtete fortan seine Dienste auf diesem Teilstück. Mit Beginn des Winters habe ich die Ladestation abgebaut und den Mäher mit einer vollen Ladung eingemottet. Nach 2,5 Monaten wollte ich den Akku wie gefordert nochmal nachladen, jedoch stand dieser lt. Abfrage im Menu noch immer bei 100% Ladung. Im Frühjahr ging es dann wieder raus und mit der Anlage des letzten Rasenteilstückes konnte ich endlich die einzelnen Rasenbereiche untereinander verbinden. Die vorhandenen Kabel wurden hierzu einfach durchtrennt und mittels Verbinder verlängert. Die Verbinder gibt es direkt bei Gardena oder Amazon. Aber ebenso wie bei den Klingen gibt es auch hier preiswertere Alternativen z.B. von 3M. Die Ladestation wurde nun auch an ihrem endgültigem Standort eingebaut und mit den Erdankern fest im Boden verschraubt. Um unseren Robbi vor Wind und Wetter zu schützen bekam er auch noch eine passende Garage die er problemlos befahren kann. Der Roboter fährt nun alle drei Zonen entsprechend der Programmierung an und mäht den gesamten Rasen.

Bisher musste ich ihm nur einmal helfen als er an einer steileren Hanglage zu weit fuhr und abrutschte. Nachdem die Lage des Begrenzungskabel nachgebessert wurde, kam das aber auch nicht mehr vor.

Dennoch möchte ich hier noch einige Tipps und auch Ernüchterungen niederschreiben. Der Roboter erledigt seine Arbeit tadellos und man spart viel Zeit. Auch macht es unglaublich viel Spaß dem kleinen Robbi bei der Arbeit zu zuschauen. Dennoch gehe ich je nach Wachstumsphase alle 4-6 Wochen nochmal mit dem großen Benzinmäher über die Fläche. Denn während der Roboter die Mahd und auch sonstigen Unrat wie Blätter, Samen oder Zweige einfach überfährt, saugt der Große diesen auf. Der Rasen wirkt so noch ordentlicher und verfilzt nicht. Fehlt dem Gras die Feuchtigkeit sollte man kräftig wässern oder die Arbeitsfrequenz des Roboters reduzieren. Der Mäher befährt die Fläche nach dem Chaosprinzip. Einzelne Passagen, insbesondere vor der Ladestation oder an den Engstellen, sehen mit der Zeit dann doch recht niedergefahren aus. Vor der Ladestation habe ich daher noch mit weißen Mamorkies aufgefüllte Rasenplatten liegen. Und ansonsten hilft nur Wasser, Wasser, Wasser.


Die Rasenkanten werden in der Höhe übrigens gut geschnitten. Leider wächst aber auch ein Teil des Rasens eher flach über die Kante in den Zierkies. Dies kann der Roboter nicht mähen und muß somit von Zeit zu Zeit händisch bearbeitet werden. Ein weiterer Knackpunkt ist die Mähhäufigkeit. Der Roboter besitzt die SensorCut Funktion. Er erkennt also am Widerstand beim Mähen die Grasdichte und berechnet so das aktuelle Wachstum. Diese Funktion habe ich noch nicht probiert, da meine 3 Teilstücke durch die verschiedenen Wetter- und Sonnenlichtlagen auch extrem unterschiedlich wachen. Der Sileno+ fährt also immer nach den programmierten Zeiten. In der Trockenperiode im Mai/ Juni 2018 wäre eine tägliche Ausfahrt von 13h an jedem 5 Tag ausreichend gewesen. Nach den starken Regenfällen bei warmen Wetter im Juli hätte er aber mindestens alle 2 Tage raus gemusst. Fährt er nun zu viel, wird der Rasen niedergemacht und sieht einfach platt aus. Fährt er zu wenig, entsteht zunächst eine optische Ungleichheit auf der Wiese da einige Bereiche schneller wachsen als andere und weiterhin sollten die abgeschnittenen Rasenstücke nicht größer als 1 bis 2 cm sein. Andernfalls bleiben unschöne Grasklumpen auf dem Rasen liegen. Ich hoffe mit meiner automatischen Gartenbewässerung das Problem einzugrenzen oder gar lösen zu können…freue mich aber auch über Vorschläge.

 

© 2018, commaik. Alle Rechte liegen beim Autor.

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