Projekt Poolterrasse – Bau der freistehenden Unterkonstruktion für die BPC Dielen

Gepostet am Jun 4, 2017 in Blog, Das Haus, Der Garten, Pool und Terasse

Projekt Poolterrasse – Bau der freistehenden Unterkonstruktion für die BPC Dielen

Seit dem Aufbau unseres Stahlwandpools und der Vorbereitung der Aussenanlagen waren nun einige Monate vergangen. Die Badesaison war bereits beendet und die Herbstferien standen vor der Tür. Zeit also nochmal einen großen Einsatz zu starten. Der erste Teil der BPC-Dielen sollte verlegt werden. Wie bereits bei unserer WPC Gartenküchenterrasse hatten wir uns für  ein Angebot von  “Plastikholzdielen“ des Onlinehändlers Holzprofi24.de entschieden. Nach längerer Suche fanden wir dort eine schöne Diele in anthrazit. Erst während der Bestellung bemerkte ich das es sich nicht  um WPC (Wood-Plastic-Composites) sondern um BPC (Bamboo-Plastic-Composit) handelte. Der Unterschied besteht in der Zusammensetzung der Holzbestandteile.  Während WPC Dielen mit  min. 20% Holzmehl produziert werden bestehen die BPC Dielen aus einem Bambusmehl. In der Handhabung und im Einsatz bestehen jedoch keine für mich relevanten Unterschiede.

Die  Lieferung der verschieden langen Dielen und Lagerhölzer sowie der Schrauben und Verbindungsklammern erfolgte wieder per Spedition. Nach telefonischer Ankündigung war  ich pünktlich daheim und die Ladung konnte binnen 30 Minuten vom LKW gelöscht werden. Bis zum Einbau lagerte ich die Dielen dann auf einer 4 Meter langen Palette direkt neben meiner  Baustelle. Die Bestellung war übrigens gar nicht so einfach. Durch die ovale Form des Pools und meinen Wunsch den Pool komplett zu umranden musste die gewünschte Menge der jeweiligen  Länge der Dielen vorher genau bestimmt werden. Hierzu zeichnete ich zunächst die spätere Lage der Lagerhölzer auf dem Boden ein. Mein Ziel war es möglichst flache Lagerhölzer von maximal 30mm Höhe zu verwenden. Gemeinsam mit den 25mm starken BPC-Dielen sollte ich dann unter der Kante des Stahlwandpools bleiben – diese ragte nämlich zwischen 55 und 60mm aus dem Boden hervor. Nach dem Anzeichnen und der Übertragung auf eine Bauzeichnung zogen wir Bilanz: die Dielen sollten von der Nordseite über die Ostseite bis auf das Technikhaus im Süden gelegt  werden. Das kleine Stück im Westen und Süd-Westen des Pool würde nicht ausgelegt werden. Folglich konnte ich, mit dem Ziel den Verschnitt so gering wie möglich zu halten, die benötigte  Menge an 3 Meter und 4 Meter Dielen berechnen und bestellen.

Den bisher offenen Bereich zwischen Pool und Gabionenterrasse wollte ich natürlich auch auslegen. Hierfür musste jedoch erst eine tragende Unterkonstruktion entworfen und gebaut werden welche diesen Bereich überbrücken konnte. Später sollte man oben eine in sich geschlossene Terrasse vorfinden während darunter  jederzeit die Möglichkeit bestand an die Einbauteile des Stahlwandpools wie den Skimmer oder den Unterwasserscheinwerfer zu gelangen. Ich entschied mich für einheimisches Lärchenholz  welches mir der Schreiner meines Vertrauens in den erforderlichen Maßen lieferte.

Zeitgleich beseitigte ich noch ein Problem welches mir schon länger Sorgen machte. Der Bereich am Skimmer  war durch die betonverfüllten Stützmauern wie eine Wanne gebaut wurden. Was dem gesamten Areal eine enorme Stabilität verlieh zeigte sich jedoch als gravierender Nachteil bei jedem Regenguss. Das Wasser stand in diesem Bereich und konnte nirgendwo hin. Eine Kernbohrung mit einem 400mm Bohrer an dieser Stelle und eine zweite Kernbohrung in der Ecke des  Technikhauses konnte aber Abhilfe schaffen. Ich habe nun in der Bodenplatte zwei jeweils gut 30cm tiefe Löcher, welche unten durch Fließbeton verschossen wurden. In diesen Löchern habe ich  dann jeweils eine elektronische Tauchpumpe positioniert. Bei starken Regenfällen oder Havarien am Pool fließt das Wasser nun in die Löcher und wird von dort mittels der Pumpen abgepumpt.

Mit der Lieferung der Lärchenbalken (100×100) und Latten (70×50) konnte die tragende Konstruktion erbaut werden. Zunächst setzte ich die senkrechten Balken auf der kleinen Stützmauer vor meinen Gabionen.  Um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden verwendete ich U-Träger welche die Balken gut 5cm über dem Boden hielten. Über die 3 Ständerbalken setzte ich einen weiteren Querbalken. Analog  wurde ein weiterer Querbalken in einem 90° Winkel auf der anderen kleinen Stützmauer gesetzt. Gegenüber diesen beiden Balken befestigte ich dann 2 weitere Balken auf gleicher Höhe direkt an  meiner Betoneinschalung.

Nun baute ich die Lärchenholzlatten im Abstand von 40cm ein. An der Oberkante der Betoneinschaltung schlossen diese bündig ab und zum freistehenden Balken wurde Waage gehalten. Die gesamte Konterlattung bekam aber ein kleines Gefälle nach Süden um das Spritz- und Regenwasser besser ablaufen zu lassen. Um ein Aufsplittern des Holzes zu  vermeiden wurden alle Löcher mit einen Holzbohrer vorgebohrt und die Oberseite am Bohrloch zusätzlich mit einem Forstnerbohrer freigelegt.

Anfangs hatte ich die Lattung mit verschiedenen  Dachpappe- und Schweißbahnstücken auf meine Wunschhöhe unterfüttert was recht mühsam war. Außerdem gerieten die Latten nach und nach aus der Waage so das ich letztlich alle Latten  nochmal ab baute und 140er Justierschrauben für das Ausrichten verwendete. Dies war einfacher und genauer. Um ein wackeln der Latten zur Seite hin zu vermeiden setzte ich zum Schluß noch  kleine Sparrenfettenanker welche die nötige Stabilität erzeugten.

Mit dem Einbau eines dritten Balken sollte meine Unterkonstruktion dann die nötige Tragkraft erhalten. Diesen Balken zog ich  dann parallel zum zweiten Balken in der Flucht meiner Gabionenterrasse zum Technikhaus. Kleine Querbalken zwischen dem zweiten und dritten Balken bildeten dann den Unterbau für die  Holzlatten. Damit dieser Balken mit einer Länge von gut 4Metern mehr Stabilität bekam, goss ich noch zwei Punktfundamente um hier zwei weitere Stützbalken mittels U-Pfostenträgers  einzubauen. Nun hatte ich von der Nordwestseite des Pools bis zur Südostseite eine Fläche bzw. einen Unterbau geschaffen welcher sich komplett auf einer Höhe befand und lediglich ein kleines  Gefälle vom Pool weg aufwies.

Auf die Lärchenholzlatten meiner Unterkonstruktion schraubte ich abschließend noch die WPC Verlegehölzer auf. Diese reichten dann über die Latten hinaus auf  die Stützwand bis an die Stahlwand des Pools. Weitere Verlegehölzer setzte ich in die Rundungen des Ovals um den BPC Dielen an dieser Stelle eine Auflagefläche zu bieten.

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