Projekt Poolbau – Der Aufbau des Stahlwandpools

Gepostet am Feb 16, 2017 in Blog, Das Haus, Der Pool

Projekt Poolbau – Der Aufbau des Stahlwandpools

Mit dem Fertigstellen des Technikhauses war die Phase 4 unseres Poolprojektes erfolgreich abgeschlossen und es konnte endlich an das Aufstellen des Stahlwandpools gehen. Die Lieferung des Pools und des gesamten Zubehörs erfolgte bereits im Laufe der zurückliegenden Wochen so das nichts fehlen würde und alles klappen sollte.

Da es sich um einen Ovalpool handelte,  würden die beiden länglichen Seiten jeweils direkt an den beiden Stützmauen anliegen. Um die Stahlwand aber vor Kratzern und somit späteren Rost zu schützen (und die Wände arbeiten aufgrund von Bewegung und Temperaturwechsel), wurden zunächst 2cm starke XPS-Hartschaumplatten – wie auch vom Hersteller empfohlen – an die Seitenwände geklebt.Hierfür nutzte ich  dann einfachen Pistolenbauschaum was völligausreichend war.

Anschließend wurde die Stahlwand dann von der Seite her in die Baugrube herabgelassen. Die Stahlwand war zwar noch aufgerollt,  aber mit einer Höhe von 1,50m und einem gefühlten Gewicht von gut 100Kg sehr unhandlich so das ich über die helfenden Hände meines Papas mehr als dankbar war. Als die Rolle in der Mitte  der Bodenplatte auf einem stabilem Brett aufgestellt war, wurde zunächst ausgemessen an welcher Stelle und in welche Richtung das Abwickeln zu erfolgen hatte.

Da die Öffnungen für Skimmer  und Düsen vorgestanzt waren und auch die Naht, wo die beiden Stahlwandhälften wieder zusammengeführt wurden, an einer passenden Stelle sein sollten war dieser Schritt überaus wichtig. Und  auch wenn wir alles gut geplant hatten, musste die Stahlwand einmal aufgestellt nochmal um gut 50cm im Umlauf verschoben werden. Ein Akt der nur sehr schwierig zu bewerkstelligen war. Das  Aufstellen selber gestaltete sich aber zunächst wie folgt: während ich die Stahlwand nach und nach in die untere Führungsschiene einfügte rollte mein Papa die Rolle auf dem Holzbrett weiter im  Uhrzeigersinn.

Alle paar Meter und insbesondere in den beiden Kurven steckte meine Frau noch Teile der oberen Führungsschiene auf die Stahlwand. So war das ganze nicht so wackelig und instabil. Nachdem die ganze Rolle abgewickelt war und die vorgestanzten Öffnungen auch an die geplanten Stellen verschoben wurden, konnten die beiden Seiten der Stahlwand mittels der Verbindungsschiene wieder zusammengeführt werden. Dies musste zwar sorgsam und vorsichtig sein um nichts zu beschädigen, allerdings braucht es einen Hammer und ein Schlagbrett um die Schiene, aufgrund der Spannung in der Stahlwand, in Position zu bringen. Aber nach gut einer Stunde war es dann geschafft – die Stahlwand stand auf der Bodenplatte.

Nun wurde die Wand mit  mehreren Edelstahlschrauben jeweils oben an den beiden Seitenwänden fixiert. Hierzu wurde direkt durch die Stahlwand und die XPS Platte in den Betonstein gebohrt. Die Löcher in der  Stahlwand habe ich mit Zinkspray behandelt und dann die Schrauben festgezogen und nach innen mit Paketklebeband überklebt. Im übrigen hatte ich aus Fehlern anderer Poolbauer gelernt und  eine Leiter direkt in Reichweite des Pool gelegt. Steht die Stahlwand nämlich erst einmal kommt man ohne Leiter nicht mehr raus – und man muß doch öfter raus als man denkt.

Im nächsten  Schritt wurden die Öffnungen für den Skimmer, die beiden Einlaufdüsen und den Unterwasserscheinwerfer zugesägt. Bei meinen Recherchen im Poolpowershopforum wurde mir, abweichend  vom Standartpaket, ein größerer Skimmer und zwei statt nur einer Einlaufdüse empfohlen. Auch einen Scheinwerfer sollte ich zwingend setzen um mich später nicht zu ärgern. Da ich allen 3  Empfehlungen nachgekommen bin, mussten die zugehörigen Löcher in der Stahlwand natürlich neu gesetzt werden. Diese waren nämlich nur für einen kleinen Skimmer und eine einzelne  Einlaufdüse vorgestanzt.

Beim Stellen der Wand wurde bereits darauf geachtet, dass das vorgestanzte Loch des Skimmers lediglich vergrößert werden musste. Hierzu setzte ich den Skimmer über  die Stanzmarkierung und zeichnete das neue Loch an. Anschließend wurde die Öffnung mit einer Stichsäge und einem guten und scharfen Eisenblatt aufgesägt. Die Ränder wurden mit einer  feinen Eisenfeile sauber entgratet und dann die Ränder zum Schutz vor Rost beidseitig mit Zinkspray eingesprüht.

Den Unterwasserscheinwerfer zeichnete ich genau unter dem Skimmer in einer  Höhe von etwa 70cm an. Die beiden Einlaufdüsen kamen gegenüber dem Skimmer in die Stahlwand. Ich markierte die Mitte der Rundung und zeichnete von dort jeweils links und recht  symmetrisch die Bohrlöcher an. Für diese Löcher griff ich auf einer extra zu diesem Zwecke angeschaffte Hartmetallbohrkrone im Durchmesser von 60mm zurück. Nun wurden auch diese Löcher  sauber entgratet und mit Zinkspray behandelt. Entsprechend der Bauanleitung setzte ich abschließend noch die Dichtungen für die Bauteile an den Löchern ein.

Nach einer kurzen Stärkung und  einer gründlichen Reinigung des Bodens mittels Besen und Staubsauger legten wir dann das mitgelieferte Vlies am Boden des Pools aus. Ursprünglich wollte ich dieses einfach auf der kompletten  Bodenplatte verlegen und die Stahlwand einfach darauf stellen um mir die Zuschnittarbeiten zu sparen, dies war in der Praxis jedoch nicht möglich. Durch das Schieben der sehr schweren und  unhandlichen Stahlwand schlug das Vlies ständig falten.

Wir entschieden uns daher für das nachträgliche Einbringen und mussten dann eben den Zuschnitt in Kauf nehmen. Hier empfehle ich  jedem eine wirklich gute Schere! Die Überlappungen des Vlieses in der Mitte wurde akkurat passend zugeschnitten und mit Paketklebeband fixiert.

Nun konnte endlich die Poolfolie eingehangen  werden. Diese lag bereits den ganzen Vormittag in der Sonne und konnte sich, gut erwärmt, somit deutlich besser verlegen lassen als wenn sie kalt und steif gewesen wäre. Die Folie wurde  zunächst in die Mitte des Pools gelegt und anschließend in alle Richtungen „ausgepackt“. An der Mitte der langen Seiten befanden sich auch zwei Markierungspfeile was das Ausrichten deutlich  erleichterte.

Die Folie wurde nun also bis an die Ränder ausgelegt und dann oben an der Stahlwand einfach eingehangen. Nachdem die groben Falten glatt gezogen waren, konnte bereits das  Wasser langsam einlaufen. Durch den langen Wasserschlauch welcher in der Sonne lag, floss relativ warmes Wasser in den Pool. Mit einem Wasserstand von kaum einem cm wurden dann die restlichen Falten in der Folie von innen nach außen gedrückt.

An den Rändern wurde die Folie direkt in die untere Kante hineingeklättet. Diese Aufgabe ist sehr wichtig da man später jede Falte sehen würde ohne etwas ändern zu können. Nachdem der Boden bereits gut mit Wasser bedeckt war und alle Falten glatt gezogen wurden konnte der Wasserhahn weiter geöffnet werden. Die Falten an den Rändern sahen noch relativ schlimm aus. Aber meine Recherchen hatten bereits zuvor ergeben das dies normal sei und sich die Folie mit zunehmendem Wasserstand an den Rändern von alleine glatt ziehen würde.

Bei einem 1/2“ Wasserschlauch und unserem Wasserdruck würde das Befüllen einen knappen Tag dauern so das wir nun erst einmal in Ruhe die Baustelle  aufräumen konnten. Alles in allem dauerte die Phase 5 einen halben Tag, zeigte aber deutliche Ergebnisse.

 

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