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Palmen für den Pool – Urlaubsstimmung im eigenen Garten

Mit dem heutigem Blogeintrag möchte ich mich der Pflanzenwelt rund um unser Garten- und Poolidyll widmen. Die Rasenflächen sind angelegt und werden regelmäßig gepflegt und auch die Einfriedung mittels Thuja Smaragd und Hainbuchenhecke wächst stetig. Nun wurde es Zeit für mediteranes Flair zu sorgen und ein paar Exoten in den Garten zu holen.

Durch den Palmenliebhaber einer Bekannten konnte ich mir ein interessantes  Palmenbuch (Winterharte Palmen von Mario Stähler) ausleihen und die Vor- und Nachteile der einzelnen Arten studieren.
Ziel war es eine Winterharte Palme dauerhaft einzupflanzen welche neben den relativ trockenen Sommern vor allem die kalten Wintermonate mit bis zu -20 C° gut überstehen würde. Zwar waren die Temperaturen in den letzten Wintern nur selten im zweistelligem Minusbereich, aber mit -25 C° gab es natürlich auch hier Ausreiser.

Da ich perspektivisch auf ein ständiges Rein- und Rausräumen der Pflanze im Herbst und Frühjahr verzichten wollte, fielen die Klassiker wie Kokospalme oder Hanfpalme aus. Stattdessen entschieden wir uns für eine Wagnerpalme (Trachycarpus fortunei Wagnerianus). Diese kultivierte Pflanze kann Temperaturen von -18C° (an der Wurzel bis -6 C°) ertragen und sollte bevorzugt an einem windgeschütztem halbschattigem Ort aufgestellt werden.

Nunja, der geplante Pflanzort war nun weder schattig noch in irgendeiner Form windgeschützt. Dennoch sprachen die hohe Frost-Toleranz sowie die pflegeleichten Eigenschaften für diese Palme. Der Erwerb lief problemlos online ab und die Lieferung erfolgte schnell und in relativ guten
Zustand. Ich habe die Palme zunächst in einem etwas größerem Topf mit Palmenerde, Tongranulat und Palmendünger angesetzt und an einem halbschattigem Platz im Garten gestellt.

Da diese Pflanzen zumeist aus dem Gewächshaus kommen, habe ich die Palme noch in ein feines Schutzvlies gewickelt um einen Sonnenbrand zu vermeiden. Nach und Nach stellte ich die Palme im Topf an ihren späteren Pflanzort und hoffte darauf das sie sich gut eingewöhnen würde. Nach gut 4 Wochen erfolgte dann im Juni/ Juli die Pflanzung in die Erde.

Zunächst hob ich ein passend großes Erdloch aus und verfüllte den unteren Boden mit Tongranulat. Dann füllte ich einen guten Teil Palmenerde auf welche ich zuvor ebenfalls mit Tongranulat angereichert hatte. Um eine
effektive Bewässerung zu gewährleisten kam in das Loch ein 50er Drainrohr welches sich spiralförmig nach oben wand. Und zu guter letzt folgte der Wurzelballen welchen ich mit weiterer Palmenerde im Erdloch fixierte. Nach dem kräftigen Angiessen war es geschafft und es hieß Daumendrücken. Das Sonnenschutzvlies blieb zunächst noch über den Blättern und wurde alle paar
Tage etwas zurückgenommen. Um den Stamm herum legte ich Unkrautvlies aus welches ich mit einer runden Rasenkante fixierte.

Und während ich außerhalb des Kreises meinen weißen Carrarakies verteilte, versuchte ich es im inneren Kreis zunächst mit dunklem Rindenmulch. Diesen mußte ich nach gut zwei Monaten jedoch wieder entfernen da es darunter doch sehr feucht und fast schon gammelig war. Stattdessen habe ich den Bereich nun mit schwarz-braunen Lavagranulat aufgefüllt.

In den folgenden Monaten stellte sich zunächst Ernüchterung ein. Der Haupttrieb zeigte nur wenig Elan ein weiteres Blatt auszubilden und ich mußte froh sein wenn mir die Pflanze nicht einging.

Außerdem mußte ich die Überwinterung bereits perspektivisch einplanen. Hierzu fasste ich den kühnen Plan ein mobiles und beheiztes Gewächshaus zu bauen. Kanthölzer hatte ich noch vorrätig und die Doppelstegplatten wurden kurzerhand eingekauft. Mit einer Grundfläche von 70x70cm und einer Höhe von guten 150cm wurde zunächst das Holzgerüst verschraubt und dann von außen mit den Doppelstegplatten verschlossen. Eine Außenseite habe ich als Tür ausgebildet so das man das Gewächshaus seitlich über die Palme schieben könnte. Der Deckel wurde ebenfalls mit Scharnieren versehen. So bestand die Möglichkeit einer Lüft

ung. Ein passendes Dichtband an den Übergangsstellen verschloss das Gewächshaus dann so dicht wie es eben möglich war.

Mit dem Beginn der frostigeren Tage wurde das Palmen-Gewächshaus dann über die Pflanze geschoben und gegen Wind und Wetter geschützt. Am Boden stopfte ich Wintervlies in die Fugen um einen Durchzug zu verhindern. Auch die Pflanze selbst wurde im  Wurzelbereich und am Stamm nochmals sorgsam eingepackt. Ein 2m langer Elektroheizschlauch sorgte dann letztlich für die Wärme. Diesen legte ich spiralförmig an das Wurzelwerk und den Stamm unter das Vlies. Der Heizschlauch schaltete sich ab 5 C° eigenständig ein und ab 10 C° wieder aus. Für den Winter 11.2017 – 03.2018 bedeutete dies ungefähr 150 kwh an Strom. Ein eigens im Gewächshaus eingebautes Termometer vereinfachte die Überwachung. Und während die Tiefstwerte im Garten bei ca. -15 C° lagen hielten sich die Werte im Gewächshaus bei knapp -5 C°. Mit dem Entfernen des Winterschutzes im März war ich dann doch etwas zu schnell da auf die ersten beiden Frühlingswochen nochmal ein kräftiger Wintereinbruch folgte. Diesen musste die Wagner-Palme dann eben ohne Hilfe überleben – was sie auch tat.

 

Per Sommer 2018, also ein Jahr nach der Einpflanzung kann ich sagen das alles geklappt hat. Aktuell treibt bereits das vierte Blatt voll aus und ein fünftes steht an.

Übrigens gab es kurz nach dem Kauf meiner Trachycarpus fortunei Wagnerianus, also Wagnerpalme, eine Sonderaktion bei ALDI. Dort wurden Zwergpalmen (Chamaerops humilis) im Topf angeboten.

Diese Pflanzen können zwar kurzzeitig ebenfalls -10 C° überleben, sollten aber im Winter ins Haus geholt werden. Angesichts des sehr fairen Preises erwarb ich auch eine solche Pflanze. Diese wurde neben der Lounge-Terasse aufgestellt und trieb bereits im ersten Jahr einige Blätter. Den Winter über verbrachte sie im Keller bei gut 15 C° und regelm. Gießen. Seit April steht
die Chamaerops humilis nun wieder im Garten in der prallen Sonne mit der Hauswand im Rücken.

Nachdem ich die Pflanze in ein größeres und schöneres Gefäß umgetopft habe, treibt sie nun kräftig mindestens ein Blatt pro Woche aus.

 

 

© 2018, commaik. Alle Rechte liegen beim Autor.

Mein Name ist Maik und betreibe dieses Bautagebuch nun schon seit 2008. Neben Familie und Beruf ist der Aus- und Umbau unserer Jugendstilvilla ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Hier im Blog gebe ich meine Erfahrungen wieder.

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