Ein neuer HT-Abfluss wird in das alte Tonrohr eingebunden

In den vergangenen Jahren haben wir vieles im Haus geschafft. Anfänglich konzentrierten sich die Arbeiten auf die Instandsetzung und Sanierung, später dann mehr und mehr auf den Auf- und Ausbau der einzelnen Räume. Auch im Keller wurde bereits vieles gemeistert. Die Elektrik wurde größtenteils komplett erneuert, die Zu- und Abflüsse ebenso. Nur in einem Kellerraum auf der Südost-Seite war die Zeit in den letzten Jahren stehen geblieben. Aber hier sollte es nun auch voran gehen.

Das alte Waschhaus unterschied sich von den anderen Kellerräumen allein schon durch seinen im Fussboden eingelassenen Abfluss. Der Boden war aalglatt, wasserdicht und zur Mitte hin mit einem Gefälle von 5% versehen. Neben dem Bodenabfluss befand sich an der Wand noch ein alter DDR-HT Abfluss in welchem wir den Ablauf der Küche und der Thermen von oben kommend provisorisch eingebunden hatten.

Nun zeigten sich auf dem ansonsten trockenem Kellerboden ab und zu Feuchtigkeitsflecke denen ich schon länger nachgehen wollte. Irgendwann ergab sich dann einmal die Zeit in den Boden zu schauen. Ich begann also vom DDR-Einlauf den Boden aufzustemmen. Dies war an dieser Stelle problemlos mit Hammer und Meißel möglich. Wie die Bodenbeschaffenheit verriet, wurde dieses Rohr nachträglich eingebunden und der Graben mit einem anderen Beton verfüllt. Ich pickerte also entlang des Abflussrohres zunächst nach unten wo ich nach gut 15cm bereits auf einen scharfen 90° Winkel stieß. Von dort ging es dann  in Richtung Raummitte weiter. Irgendwo würde dieses Rohr in den Abfluss des Bodenablaufes münden und danach in das Hauptabwasserrohr.

Nach gut 100cm wurde der Boden immer härter und statt großer Schollen lösten sich nur noch kleine Krümel ab. Ich braucht mehr Power – und so wurde der Pressluftmeißel an den Kompressor angeschlossen und es ging wieder voran bis ich auf das Ton-Rohr stieß in welches das DDR-Rohr einfach in ein kleines Loch auf der Oberseite mündete. Gestützt von einem 15kg Zementgemisch sollte dies wohl die Lösung damals gewesen sein.  In einer Grabentiefe von mittlerweile gut 30cm war ich bereits unterhalb der Schotterschicht im Lehmboden angelangt als ich das Tonrohr auf der Suche nach der nächsten Muffe freilegte. Und zu  meinem erstaunen lebte diese feuchte geschmeidige Lehmboden – er bestand nämlich aus hunderten Regenwürmern die sich in der Erde rund um das Loch im Tonrohr pudelwohl fühlten. Mit  Erleichterung entdeckte ich bereits wenige cm neben dem Loch die Muffe zum nächsten Tonrohr in Richtung des Abwasserschachtes. Nun wurde dieser Bereich großzügig von Erde und  Regenwürmern bereinigt. Offensichtlich war das Tonrohr aus der Mitte des Raumes nicht bündig in das weiterführende Rohr eingebunden so das es hier regelmäßig zu geringen aber stetigen  Wasseraustritten kam.

Eine Lösung musste her: Zunächst wurde ein Aufmaß genommen um das alte DDR Rohr durch HT oder KG Rohr zu ersetzen. Ein weitere Abzweig sollte einen später an anderer Stelle  einzubauenden Bodenabfluss ebenfalls noch einbinden. Und schließlich musste das ganze, diesmal dicht, in das alte Tonrohr eingebunden werden. Glücklicherweise befand sich in meinem  Baustofflager noch eine passende Muffe inklusive Gummiring für den Übergang vom HT bzw. KG auf das Tonrohr. Diese wurde, unter lautstarken Fluchen, dann passgenau am Tonrohr verbaut. Der 90° Winkel vom senkrechten HT Rohr aus der Küche wurde durch zwei 45° Winkel ersetzt – dies führt zu einem besseren Abschwemmen der Rückstände im Rohr. Mit einem 45° TStück, einigen  Winkeln und etwas Meterware an Rohr war die Verbindung nun wieder geschlossen.

Der Wassertest zeigte keine Lecks und so wurde der schmale Zwischenraum von der Übergangsmuffe zum Tonrohr noch großzügig mit Silikon verdichtet bevor das Rohr zur Stabilisierung eingesandet und mit Beton eingesteift wurde. Sobald die neue Position des Bodenablaufes bekannt ist, kann das  T-Stück dann entsprechend gedreht und der Rest an Rohr entsprechend verlegt werden.

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