Projekt Poolbau – Bau und Anschluss der Solarheizung

Gepostet am Mrz 1, 2017 in Blog, Das Haus, Pool und Terasse

Projekt Poolbau – Bau und Anschluss der Solarheizung

Über das Wochenende wurde der Stahlwandpool aufgebaut und angeschlossen und ein baden war theoretisch schon möglich. Theoretisch nur deswegen, da das Wasser – trotz praller Sonne – mit rund 10°C noch viel zu kalt war. Es wurde also Zeit die geplante Solarheizung in den Wasserkreislauf einzubinden!

Bereits im Vorfeld habe ich mich zu den verschiedensten Varianten  von Poolheizungen informiert. Da ich möglichst geringe laufende Kosten haben wollte schied eine Anbindung an die Heizung im Haus oder eine Wärmepumpe (vorerst) aus. Es blieb eine  sonnengestützte Heizung auch Solarabsorber genannt. Aber auch hier gibt es verschiedene Varianten welche aber letztlich alle auf dem gleichen Prinzip beruhen: Das Wasser wird durch ein  System kleiner Rohre mit möglichst großer und schwarzer Oberfläche gepumpt und erwärmt sich somit durch die einfallenden Sonnenstrahlen.

Und bereits an dieser Stelle möchte ich sagen das  ich später, bei einer Wasservorlauftemperatur von knapp 30°C und einer Oberflächentemperatur am Solarabsorber von gut 70°C, die Rücklauftemperatur auf gute 45°C bekommen habe.

Neben  Plattensystemen und Ripp-Rohrsystemen gibt es unter anderem auch EPDM Matten für welche ich mich entschieden habe. EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk. Hierbei handelt als  ich um eine kräftige schwarze Gummimatte welche von kleinen Röhren durchzogen ist. Auf der einen Seite befindet sich der Zulauf und auf der anderen Seite der Rücklauf. Bei einer Höhe von  durchschnittlich rund 2x15cm kann man sich jede beliebige Länge bestellen. Da die einzelnen Matten in der Höhe durch einfaches Zusammenstecken erweiterbar sind ergibt sich je nach  Grundfläche eine nicht zu verachtende Heizfläche.

Mein Ziel war es 6 Matten zu 4m Länge, also insgesamt knapp 8qm, auf das Dach eines meiner Holzregale zu montieren. Zwar besagt die  Grundformel für eine ausreichende Wärmeleistung: Solarabsorberfläche=Oberfläche Pool, aber mit der Hälfte hätte ich zumindest schon mal den Anfang geschafft. Um die Solarheizung in Betrieb  nehmen zu können bedurfte es zwei Bauabschnitte: Zum einen mussten die Anschlüsse im Technikhaus und die Zuleitung zum Holzregaldach verlegt werden, und zum zweiten musste der  Solarabsorber auf dem Dach installiert werden.

Da ich die Durchbrüche für den Zu- und Rücklauf der Solarheizung ja bereits in die Westwand meines Technikhauses gebohrt hatte fehlte mir an  dieser Stelle nur noch ein Graben zum rund 10m entfernten Holzregal. Idealerweise war der Minibagger noch auf dem Grundstück und so der Graben auch schnell gezogen. In diesen legte ich  dann wieder die Flexrohre welche ich wiederum in 100mm Drainagerohre legte.

Das ganze wurde dann noch zum Schutz vor Dreck mit einem Drainvlies verpackt. Die Drainrohre dienen mir  durch das Luftpolster zum Flexrohr zum einen als Wärmeschutz und zum anderen besteht die Möglichkeit im Falle des Falles die Rohre auch mal tauschen zu können. Außerdem konnte ich so  auch ganz bequem meine Kabel für die Temperaturfühler der Heizungssteuerung mit durch die Erde zum Holzregal schieben.

Am Holzregal selber installierte ich je Leitung einen Übergang vom  50mm Flexrohr auf 38mm Poolschlauch der dann wiederum zunächst an einem Absperrventil endete. Da die EPDM-Matten selber frostsicher sind können diese auch bei kalten Wintern  problemlos auf meinem Dach liegen bleiben. Lediglich die PVC Rohre von Zu- und Rücklauf müssen entleert werden. Hierfür haben sich die beiden Absperrventile bereits im letzten Spätherbst  bewährt.

Kurz danach konnte der Graben wieder aufgefüllt und verdichtet werden. Somit war der erste Bauabschnitt erledigt. Der Zweite sollte sich etwas aufwendiger gestalten. Denn um die  EPDM Solarabsorbermatten auf das Holzregaldach legen zu können musste dieses flach und vor allem tragend und stabil sein. Bisher jedoch lagen dort nur PVC-Wellplatten welche in keinster  Weise für mein Vorhaben geeignet waren. Daher mussten diese zuerst einmal wieder herunter. Anschließend verstärkte und vergrößerte ich die Dachkonstruktion durch Holzleisten im Format  60×40. Auf diese wiederum kamen dann 25er OSB Platten welche die Grundfläche des Daches auf rund 10qm vergrößerten und zusätzliche Stabilität einbrachten. Den Schutz der OSB Platte und  letztlich auch meines Brennholzes vor Regenwasser sollte dann noch die Schweißbahn bringen welche auf die Platten aufgebracht wurde.

Eine Konstruktion, die nun stand heute, ein gutes Jahr  jedem Wind und Wetter getrotzt hat. Da die Schweißbahn beschiefert ist, und somit das Risiko besteht, das die Gummimatte welche durch die Temperaturschwankungen arbeitet, beschädigt wird,  erde ich in diesem Jahr nach der Winterpause noch ein kräftiges schwarzes Textilvlies zwischen Schweißbahn und EPDM Matte legen. Mein damaliger und noch aktueller Aufbau ist aber  noch nicht so weit. Schliesslich hatte ich die Matten einfach auf dem Dach ausgerollt und parallel „geschalten“. Unten rechts fließt somit das kalte Wasser in den Solarabsorber und kommt dann  oben links erwärmt wieder heraus. Von dort führt ein schwarzer 38mm Poolschlauch zu dem Absperrventil an der Seite meines Holzregales. Der Solarkreislauf war somit fertig und konnte in  Betrieb genommen werden.

Ich habe die Anlage so konstruiert, das ich perspektivisch eine zweite und sogar dritte EPDM Matte parallel und/ oder in Reihe anschließen könnte. Zum einen soll in  Kürze ein drittes Brennholzlagerregal unterhalb des schon genutzten Regals entstehen. Hier könnte ich einen zweiten Solarabsorber direkt von den beiden Absperrventilen her parallel zum ersten  Absorber betreiben. Zum anderen habe ich die Möglichkeit eine dritte EPDM Matte auf meinem oberen Brennholzlageregal in Reihe zur der bestehenden Solaranlage zu schalten. Allerdings habe  ich hier ein Problem in Form meines Ahornbaumes der diesem Dach zu viel Schatten spendet.

Die aktuellen Anschlüsse am Holzregal und die Absperrventile werde ich dann noch in einem schicken Kasten oder Holzverschlag verstecken um diese vor Wind und Wetter und den zu neugierigen Blicken zu schützen.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    wie sieht es denn mit der Wetterfestigkeit von den Solarmatten aus? Auf deinen Bildern sieht man keine Befestigung oder sowas. Hält das auch bei starken Wind?

  2. Hallo Tom,
    die Matten liegen einfach nur auf meinem Holzlagerregal. Im Sommer sind die Matten mit Wasser gefüllt und somit relativ schwer. Aber selbst im Winter wenn das Wasser abgelassen ist habe ich keine Probleme. Die Absorber sind zu flach um dem Wind eine Angriffsfläche zu bieten.
    Allerdings werde ich in diesem Frühjahr die Matten mit Installationsschienen zumindest fixieren.

    Hoffe ich konnte helfen!

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  1. Projekt Poolbau – Verrohrung im Technikhaus | commaik - […] dem Anschluss der Zu- und Ableitungen sowie des Solarabsorbers waren alle Installationen für den Grundbetrieb des Pools fertig. Nun…

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