Rohbau in der neuen Küche – Dämmung und Installationen

Nachdem nun das OG komplett entkernt war und das Material geliefert und eingelagert wurde konnte es weiter gehen. Zunächst wurde Annas Zimmer soweit vorbereitet damit hier ein neuer Lager und Aufenthaltsraum entstehen konnte. Anschliessend ging es in der neuen Küche los. Ziel war es die alte Tür zu verschliessen, die neue Elektrik zu verkabeln, die Wasserversorgung herzustellen und natürlich die Wände komplett mit Gipskarton zu verkleiden.

Die Besonderheit in diesem Raum bestand aus der Vielzahl an verschiedensten Gewerken und räumlichen Voraussetzungen. So hatten wir raumhohe Wände zu beplanken, Öffnungen zu verschliessen, die Dachschrägen nebst Trempel zu verkleiden und schliesslich auch zwei Dachfenster ein zu arbeiten.

Beginnen sollte alles an der raumhohen Wand der Nordseite der Küche. Hier befand sich früher der Zugang zum Raum. Auf dieser Seite sollte die Wasserver- und entsorgung hergestellt werden und auch die meisten der Elektrokabel verlegt werden.

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Auf den beiden Bildern ist die gesamte Nordwand mit einer Länge von rund fünf Metern abgebildet. Die bisherige Tür ist natürlich noch gut sichtbar. Rechts unten am Boden zu den Dachschrägen hin wurde ein ca. 40x20cm großer Durchbruch zum EG hergestellt. Die Versorgung mit den Wasserrohren sollte von unten her erfolgen. Da wir die Planungsmaße unserer neuen Küche bereits hatten konnten wir den Raum mit all seinen Anschlüssen optimal auf die Küche vorbereiten. Folgend wurden die Ständerprofile eingebaut. Für die Installationswand entschieden wir uns für 100er Profilpanele. Diese waren breit genug um alle Installationen, von aussen unsichtbar, aufzunehmen und der Gesamtkonstruktion einen festen Halt zu geben. Wie gewohnt kamen unten die UW und senkrecht die CW Profile im Abstand von 62,5cm  zusammen.

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Die Dachschrägen waren da weitaus aufwändiger zu bearbeiten. Schliesslich mußte hier neben der Verplankung auch die Dämmung erfolgen. Wir entschieden uns für die Zwischensparrendämmung mit Hinterlüftung. Da unsere Sparren aber zu schmal waren wurden diese mit je zwei mal Holzlatten aufgesparrt. Anschliessend erfolgte das Dämmen. Die Dämmung wurde hierbei im Sparrenabstand + 2-3cm einfach von der Rolle abgeschnitten und zwischen die Sparren gestopft. Wichtig ist es hierbei darauf zu achten eine ausreichende Hinterlüftung zwischen Dämmwolle und Holzschalung zu behalten. Da wir zusätzlich aber noch eine Dampfbremse einbrachten nutzten wir somit Teile des so genannten Warmdach- und Kaltdachprinzipes auf Kosten der Aufsparrung. Um eine gute Zirkulation herszustellen hatte ich pro Sparrenabstand auch zwei größere Lüftungslöcher unter dem Dach nach außen gebort. Somit konnte die Luft von Unten nach oben durchweg ziehen. Die Folie selbst anzubringen ist dann wieder ein Akt für sich. Nach zwei-drei Räumen hat man den Dreh zwar raus, aber empfehlenswert ist es auf jeden Fall hier zu zweit oder zu dritt zu arbeiten. Die Folie wurde der Raumlänge nach zugeschnitten. Die Höhe von vier Metern ergab sich durch die Folie selbst. Anschliessend wurde diese oben am Balken, zunächst gut überstehend festgetackert und fixiert. Anschliessend dann entlang den aufgesparrten Dachlatten weiter festgetackert. Übergänge noch oben zur Decke bzw unten zum Boden mußten ebenso sorgsam luftdicht verschlossen werden wie Folienüberlappungen. Auch hierfür gibt es natürlich spezielles Klebeband. Anschliessend ergab sich dann in etwa folgendes Bild:

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Die Öffnungen für die Fenster mussten später natürlich nach geschnitten werden um anschliessend die Wand-Folie mit der Dampfbremse der Dachfenster noch ordentlich zu verkleben. Zum Abdichten der Folie an den Holzbalken bekamen wir von unserem Isolierer übrigens eine Art flüssigen Gummi in der Pistolenkartusche. Das Zeug sollte man besser nicht an die Klamotten bekommen!…Aber zwischen Balken und Folie erledigt es seine Arbeit sicherlich wunderbar.

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Anschliessend erfolgte die Verlegung der Wasserrohre. Auf den Bildern evtl. nicht so gut sichtbar ist, das es sich hierbei um drei Rohre handelt. Im folgenden um Warmwasser, Kaltwasser und natürlich die Zirkulation welche wir, trotz der Enge,  zum Glück sehr kurz einbinden konnten. Die Arbeiten hier übernahm mein Papa. Gelernt ist eben gelernt und im handumdrehen war das Mepla-Systemrohr verlegt. Das besondere an diesem System ist, das es praktisch endlos verlegt werden kann da es von der Rolle kommt. Auf Fittings kann weitestgehend verzichtet werden da die Biegungen in den Rohren durch eine Biegezange direkt hergestellt werden können. Unter den drei Rohren befindet sich natürlich auch das 50er Abwasserrohr. Dieses sollte später das Abwasser von Spüle und Spülmaschine zu einem der Hauptableitungsschächte befördern. Punktgenau unter dem Spülbecken wurde ein Hartholz mit den Profilen verschraubt auf welchem dann die Rohrabgänge befestigt wurden. Um das ganze auf Dichtigkeit prüfen zu können kamen noch fix die Baustopfen drauf und Wasser an. Alles passte perfekt.

Neben den Rohren kann man auf den Bildern bereits die ersten Elektrokabel erkennen. In der Küche wurden, nachträglich betrachtet, wohl auch die meisten Kabel verlegt. Dies liegt aber nicht zuletzt daran, das sich hier die größten Energieverbraucher im Haus befinden. So bekam der E-Herd einen eigenen Stromkreis. Kühlschrank und Dunstabzugshaube wurden an einen weiteren Kreis gehängt. An einem dritten Kreis befindet sich die Mikrowelle und die Arbeitssteckdosen. Die anderen im Raum befindlichen Steckdosen hingen dementsprechend an einem viertem Stromkreis. Um das ganze noch zu perfektionieren folgte eine fünfte Leitung für den Lichtschaltkreis. Diese wurde jedoch auch noch für das nebenan befindliche Wohnzimmer genutzt. An den Stellen wo sich später die Steckdosen befinden sollten wurde kurzerhand eine Schlaufe gelegt und somit alle Stromkreise als Ring hergestellt.

Somit waren die Wandunterkonstruktionen soweit fertig und es konnte an das “Sichtbare” gehen. Dazu gibt es dann hier mehr!

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