Vom Abstellkeller zum Maklerbüro – Fenstersturz auswechseln

Mit dem Ausbau der Kellerräume waren natürlich auch die Fenster und Türen auf den neusten Stand zu bringen. Die Decke der Räume bestand aus H-Stahlträgern welche mit Hohlblockziegeln ausgemauert waren. Die Deckenträger waren auch nach 110 Jahren noch erstaunlich gut in Schuß! Hier galt es den Flugrost abzuschleifen und anschliessend den blanken Stahl mit Schutzlack (Hammerite Metallschutz-Lack) bzw. Fett einzuschmieren.

An den Fenstersturzen war dies leider nicht mehr möglich. Über den Fenstern waren bei einer Gesamttiefe von gut 60 – 100cm jeweils insgesamt 3 H-Stahlträger eingebaut. Diese waren untereinander dann mit Ziegelsteinen vermauert wurden. Manche der träger waren noch sehr gut in Schuß, die meisten allerdings verrostet oder teilweise aufgelöst. Hier musste ich handeln und die alten Fenstersturze gegen neuen austauschen.

Ich entschied mich bei den neuen Stürzen für Ziegelsturze. Diese waren relativ handlich und somit auch durch mich alleine recht gut zu verbauen. Lediglich an zwei Fenstern mußte ich auf Betonsturze zurückgreifen da hier die Stahlträger der Decke auflagen. Die Betonsturze kamen sicherlich auf ihre 40-50kg und waren dementsprechend nur unter lauten fluchen einbringbar 😉

Zum Einbau der Sturze hatte ich wieder auf den Franzosen zurück gegriffen welcher durch seine Stützfunktion die Decke im Falle des Falles abfangen sollte. Aber zunächst ging es erst einmal um den Ausbau der alten Stahlträgersturze. Mit meinem Presslufthammer, Fäustel, Meissel und Brecheisen machte ich mich ans Werk. Erstaunlicherweise waren selbst die verrosteten Träger noch erstaunlich robust so das die Entfernung der alten Stürze sich als der schwierigere Teil des Projektes herausstellt. Letztlich aber siegte dann doch die rohe Gewalt und die Fenster waren frei.

Anschliessend wurden die seitlichen Auflageflächen sauber gemacht und wieder aufgemauert. Sinnvoll ist es, bereits hier auf eine spätere horizontale Waage der linken und rechten Aussenseiten zu achten. In ein dickes Mörtelbett wurden dann wieder 2 zwei neue Ziegelsturze eingelegt und ausgerichtet. Die offenen Stellen links und rechts habe ich dann sofort mit Mörtel und kleineren Steinen verfüllt.

Der Zwischenraum von den beiden neuen Sturzen von ca. 5-10cm, wurde dann folgendermaßen aufgefüllt. Ich schnitt mir ein robustes Brett passend der Fensterweite und Tiefe zu. Dieses verkeilte ich von unten an den Sturzen mittels des Franzosen. Danach konnte ich durch die Öffnung zwischen neuem Sturz und alter Hauswand frischen Mörtel in die Lücke einschieben. Dieser Mörtel wurde regelmäßig mit kleinen Steinen aufgefüllt und stetig durch klopfen und pressen verdichtet. Hierfür eignet sich dann eine Fugenkelle. Das ganze musste dann einfach noch ein paar Tage austrocknen.

Später habe ich die Ecken mit Putzkanten abgestellt und die Fensterleibungen sowie den oberen Bereich neu verputzt. Fertig!

 

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2 Antworten auf „Vom Abstellkeller zum Maklerbüro – Fenstersturz auswechseln“

  1. ohje.. die ziegelstürze die verbaut worden, sind nicht dafür geeignet die last von der tragenden wand aufzunehmen! sobald der letzte Stahlträger durchrostet kommt dir die ganze Geschichte runter. Ein glück spannen die Deckenträger parallel zu der Wand sonst wäre dir die Bude wahrscheinlich schon eingestürzt. Bitte bevor solche arbeiten von Laien ausgeführt werden vorher bei einem bekannten Maurer/Architekt/Statiker o.ä. um Rat fragen!

  2. Danke für den Hinweis,
    nach den beiden sichtbaren Ziegelkstürzen folgt noch ein Betonsurz sowie der alte H-Stahl-Sturz.
    Die Wand ist insgesamt knapp 60 cm dick.

    Hatte mich damals bei einem befreundeten Bauunternehmer informiert. Offensichtlich ist auf Höhe der Decke bzw. des Bodens vom darüber liegenden Geschoß nochmal eine umlaufende tragende Schicht verbaut wurden so das der Fenstersturz nur die darüberliegende Wand von ca. 30-50cm tragen müsste. Das sollte doch reichen, oder?

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