Der Baum kommt weg

Neben den Gewerken in der Wohnung fanden natürlich auch zahlreiche Aktivitäten außerhalb der Wohnung statt. Der Steinweg wurde freigelegt und eine 200m lange Tuja-Hecke gepflanzt. Ein Hauptakt war aber unter anderem auch die Fällung mehrerer Bäume im Garten. Durch die jahrelange Verwahrlosung der Grünanlagen sah es im Garten ja zunächst wie in einem Urwald aus. Dem hohem Gras, dem Gestrüpp und den kleineren Bäumen direkt am Haus konnten wir selber Herr werden. Jedoch gab es da auch einige größerer Bäume wie Tannen und Buchen die weg sollten.

Der Hauptgrund hierfür war der starke Schattenwurf auf die Wohnungen sowie die Grünflächen. Außerdem hatten viele der Bäume bereits Schäden und langfristig drohte der Umsturz.

Im Vorfeld holten wir uns mehrere Angebote zum Fällen ein. Von mehreren 1000 Euro bis kostenlos gegen Holzmitnahme war hier alles dabei. Unser Ziel war es jedoch auch das freiwerdende Holz später für unseren Kaminofen selber nutzen zu können. Durch gute Bekannte aus der dörflichen Umgebeung fanden wir dann die beiden passenden Männer. Gegen einen Anhänger voll mit Fällholz wollten uns die Beiden die besagten Bäume fällen.

Zunächst hies es aber eine Fällgenehmigung einzuholen. Hierzu nahmen wir Kontakt mit dem Umweltamt der Stadt auf. Kurz darauf kam der zuständige Stadtvertreter zur Besichtigung und Begutachtung. Für die Tannen und den sonstigen Wildwuchs wie Erlen usw. erhielten wir  problemlos eine Genehmigung. Bei den großen Buchen sah das aber schon anders aus. Diese Bäume bildeten eine über einhundertjährig historisch gewachsene Gruppe und schützten sich zudem auch noch gegenseitig gegen Wind und Wetter.

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Somit bekamen wir hier nur die Fällgenehmigung für eine der Buchen. Diese hatte am Erdaustritt bereits massive Aushöhlungsschäden und stand außerdem auch noch an der wetterabgewanden Seite der Baumgruppe. Die andere Buche direkt vor den Fenstern auf der Süd-Ostseite durfte dagegen nur minimal eingeschnitten werden um mehr Licht ans Gebäude zu lassen.

Nachdem wir wenig später den Fällbescheid in den Händen hielten konnte es also losgehen. Zunächst organisierte mein Vater eine große Hebebühne. Diese wurde an einem Freitag inklusiver einer umfassenden Einweisung geliefert. Tags darauf trafen wir uns dann alle um los zu legen.dscn6013

 

Bevor es jedoch an die gut 30m hohe Buche ging wurden zunächst die Tannenbäume sowie die anderen kleineren Hölzer gefällt und in 30cm bzw. 100cm Abschnitte zurecht gesägt. Die Buche selber sollte aber mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Zunächst wurden hier erst einmal die Krone entastet. Abschnittsweise mussten wir wegen der Gefahr der herabstürzenden Äste den Strassenfluß direkt neben dem Grundstück unterbrechen. Leider gab es auch hier einige chaotische Autofahrer die eben nicht mal 2 Minuten warten konnten. So mußte einer direkt an der wartenden Autoschlange vorbei fahren als gerade ein 10m Ast gefällt wurde und teils auf die Grundstücksgrenze knapp neben die Straße fiel. Passiert ist aber nichts.

Nachdem dann nach und nach die großen und kleineren Ästen unten waren wurde der Stamm von nun noch gut 10m Höhe umgelegt. Der Durchmesser lag bei rund 1m. so das der Stamm zwar gefällt werden konnte aber nicht in Scheiben gesägt werden konnte weil die Schwerter der Kettensägen einfach zu kurz waren.

So lag der Stamm dann noch gut ein halbes Jahr mitten auf der Wiese. Erst Später wurde dieser mit Holzfällersägen, größeren Kettensägen sowie viel Schweiß zerlegt. Die Ringe welche herausgeschnitten wurden, konnten dann mit massiven Spaltkeilen, Spaltaxt und Vorschlaghammer in handliche ofengeeignete Stücke zerkleinert werden.

Alles in allem dürfte das Holz gute 2Winter reichen. Vielleicht sogar noch länger.

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