Die Nord-Fassade wird neu verputzt

Endlich habe ich wieder etwas Zeit die Bauprojekte der letzten Wochen und Monate hier im Blog fest zu halten. Das Mamutprojekt schlechthin war die Neugestaltung unserer Fassade auf der Nordseite. Diese Arbeit nahm viel Zeit, Kraft und Nerven in Anspruch – und nicht zuletzt aus versicherungstechnischen Gründen musste ich auf Zwischenberichte hier im Blog verzichten. Aber der Reihe nach:

Die Fassade auf der Nordseite, was in der hiesigen Gegend die Wetterseite ist, war im Laufe der letzten Jahrzehnte arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Großteil des Mauerwerks lag bereits frei, Fugen waren großflächig ausgespült und auch die Traufbleche an den Simsen hatten bereits bessere Tage erlebt. Und nachdem wir im Innenausbau bereits alle ursprünglich geplanten Arbeiten fertiggestellt hatten konnte es im Aussenbereich verstärkt zur Sache gehen.

Die Pläne zur Fassadengestaltung hatten sich bereits über die letzten Jahre hinweg verfestigt. Und so wurden Lampen; Bewegungsmelder und die Sicherheitstechnik bereits in den Zeiten davor so verbaut das dies zur Fassadengestaltung sowohl optisch als auch technisch passen würde.

Unser Ziel war es, auch diesmal so viel wie möglich in Eigenleistung zu erbringen – für dieses Projekt hieß dies: Putz abschlagen, Mauerwerk säubern, Schadstellen ausbessern, Kabelschlitze fräsen, Elektrik verlegen und Grundieren.  Durch die, durch Innendämmung verstärkten, dicken Wände konnte ich zumindest auf die Aussendämmung verzichten. Das Verputzen selber überliessen wir dann aber einer Fachfirma da wir weder die Technik und die Manpower noch die Erfahrung für einen solchen Akt hatten.

Zunächst möchte ich dem geneigtem Leser aber nochmal die Fassade VOR dem Projekt zeigen. Auf den folgenden Bildern ist die Fassade im Rahmen der ersten Besichtigung zu sehen und folgend bis kurz vor der Trockenlegung des Sockels.

Um auf der über 100qm großen Fläche bis in ca. 10m Höhe ordentlich arbeiten zu können benötigt man natürlich ein Baugerüst. Nun kann man dieses mieten oder eben selber kaufen. Da wir an der Fassade (und später auch an den anderen 3 Seiten sowie dem Dach) auch später noch zu tun haben, und wir uns auch keinen Zeitdruck aufbauen wollten schien der Kauf eines Gerüstes die ökonomisch sinnvollste Entscheidung. Im Internet findet man jede Menge Gerüsthändler, letztlich erwarb ich aber ein Layer-Alu-Gerüst direkt in meiner Nachbarschaft.

Das Gerüst wurde zunächst auf dem Bereich vor der Treppe mit 2 Etagen aufgebaut. Um dann aber den Turm über der Eingangstür bearbeiten zu können musste dort das schmiedeeiserne Metallvordach entfernt werden. Das Dach haben wir mit der Flex zerlegen müssen. Die Schrauben und Muttern des Gestells waren aber nach 110 Jahren (!) noch immer intakt. So konnten wir einen Großteil des Vordachs so demontieren das man das Material wieder verwenden könnte.

Anschliessend wurde auch der Rest der Nordseite eingerüstet und die eigentliche Arbeit konnte beginnen.

Zum Abschlagen des Putzes entschied ich mich auf Druckluftwerkzeuge zu setzen. Ein paar entsprechende Werkzeuge besaß ich bereits so das nur einige Spezialdinge fehlten. Eine Druckluftlanze konnte ich z.B. gebraucht über EBAY ersteigern. Und so pickerte ich über Tage hinweg den alten Putz von der Wand. An manchen Stellen fiel der alte Putz von alleine ab und anderen Stellen wiederum hielt er bombenfest. Aber letztlich musste der gesamte Putz runter.

Anschliessend fräste ich verschiedenste Schlitzte ins Mauerwerk und zog die Leerrohre für die Elektrokabel ein. Die Lampen wurden angebaut und anschliessend alles an einem eigenen Stromring angeschlossen. Es empfiehlt sich die Stromkabel bereits im Leerrohr liegen zu haben bevor man dieses einmauert. So spart man sich die Arbeit des nachträglichen durchziehen der Kabel – was deutlich schwieriger ist.

Da ich für mein Layer-Baugerüst keine Bauteile hatte um auch den Bereich am Turm neben der Mansarde zu bearbeiten stellte ich mein Gerüst nochmal um und mietete mir für diesen Teil der Fassade dann ein Gerüst einer lokalen Rüsterfirma.

Im Laufe der Jahre hatte ich die offenen Fugen im Mauerwerk immer wieder mit Resten von Mörtel oder Baukleber anderer Bauprojekte verschlossen. Dies war, wie sich nun herausstellte, ein Fehler. Dort wo ich meinen provisorischen Putz nicht mehr runter bekam verwendete ich Maxit Multi  280 als Haftbrücke. Den Kabeldurchbruch vom Dach ins Mauerwerk wollte ich nicht zu eng machen um später im Bedarfsfall problemlos neue Kabel einziehen zu können. Hier baute ich mit Wedi-Platten einen Kasten der optisch alles kaschiert und meine Dachdämmung vor Vögeln und Insekten schützt.

Nachdem die gesamte Fassade nochmals gründlich mit dem Hochdruck-Kärcher gereinigt wurde und auch die Grundierung überall flächendeckend aufgebracht wurde, war unser Teil erledigt. Die Bleche an den Simsen und die Fensterbretter wurden mit Titanzink-Blechen erneuert bzw. ersetzt und es konnte ans Verputzen gehen.

Diese Arbeiten wurden durch die Firma THS Bloche aus Oppurg ausgeführt. Die Abstimmung war eng und überaus empfehlenswert. Auch das Ergebnis lies keine Wünsche offen. Die Handwerker starteten zeitnah mit dem Aufbringen der verschiedenen Unterputze, dem VWS Gewebe und schliesslich dem Oberputz. Nachdem wir uns die Farben für Faschen und Fläche aus der Farbkarte ausgesucht hatten bekamen wir zunächst nur eine Probe von der Baufirma zugesendet. Diese trug ich im Bereich des Kellerfensters auf und obwohl wir uns bei der Farbkarte sehr sicher waren das die Farben passen würden zeigte sich das es nicht so war. Kurzerhand wurde die Farbe für die Fläche nochmals geändert bis es unseren Wünschen entsprach.

Mit dem Abbau des Gerüstes zeigt sich nun ein völlig verändertes Bild. Da an der Treppe noch Reparaturen anstehen wurde dieser Bereich vom Verputzen ausgespart und wird später nachgeholt.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle die uns mit Wissen, Empfehlungen und Tatkraft bei diesem Projekt unterstützt haben. Wir sehen uns dann bei Rest der Fassade wieder 🙂

 

 

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