Der Einbau der Dachfenster-Abriss der Gauben

Gepostet am Jul 20, 2008 in Blog, Das Haus, Das Obergeschoss, Der Abriss, Restauration und Arbeitstechniken

Der Einbau der Dachfenster-Abriss der Gauben

Wie bereits im letztem Beitrag angekündigt folgt hier nun ein neuer Beitrag rund um den Einbau unserer Dachfenster! Zunächst muß man wissen das es sich bei unserem Dach um ein Mansardendach handelt. Unsere Wohnung im Obergeschoss liegt direkt in der Mansarde. Über uns ist der große Dachboden und unter uns logischerweise das Erdgeschoss. Bereits bei der ersten Besichtigung und den Bestandsaufnahmen haben wir besonderes Augenmerk auf die insgesamt sechs Gaubenfenster gelegt.

Schauen wir uns zunächst an wie die Gauben zuvor aussahen bzw. die Fenster in den Gauben…

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Von Aussen waren diese alten Gauben noch richtig gut in Schuß – Zumindest optisch. Zum Teil wurden hier auch zu DDR und zu Nach-Wendezeiten neue Fenster eingebaut, zum Teil waren aber noch die “Original-Fenster” vorhanden. Die Gaben waren mit Holzbalken aufgebaut und an den Dachschrägen vermauert sowie nach aussen hin mit Bitumenschindeln gedeckt worden. Die Traufe zwischen Dach und Gaube war meist nur verklebt mit Bitumen. An diesen Stellen trat dann wohl doch des öfteren im Laufe der Zeit Wasser ein und zerstörte nach und nach die Substanz der Balkenkonstruktion. Ameisen, Wespen und anderes Getier tat dann das übrige um den Balken weiter zu schaden.

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Wie man auf den Bildern gut erkennen kann waren die meisten Balken angegammelt und zum Teil komplett verottet. Allerdings war das Holz absolut trocken. Offensichtlich waren die Schäden schon wesentlich älter und die Ursachen wurden bei einer Dachreparatur vor einigen Jahren bereits behoben. Nichts destotrotz – die Gauben mussten raus, die Balken ersetzt und neue Fenster -vorzugsweise Dachfenster- sollten wieder rein!

Nachdem die alte Verplankung des Innenbereiches und der Trempel entfernt waren konnten wir uns daran machen die alten Gauben ab zubauen. Also wurden die Mauersteine aus der seitlichen Gaubenwand herrausgepickert. Anschliessend wurden die Holzplanken und die Dachpappe an der Aussenseite beseitigt. Dies mag nun einfacher klingen als es war. Aufgrund der brillianten Nageltechnik der Erbauer des Hauses hörte man so manches Fluchen weil ein scheinbar verrottetes Brett einfach nicht raus wollte. Anschliessend stand dann jeweils nur noch das Balkenskelett der Gaube frei.

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Zunächst hatte ich dann versucht die Verzahnung der Balken mit einem Fuchschwanz bzw. einer Stichsäge zu zersägen. Aber nach dem drittem gebrochenem Sägeblatt bereits am ersten Balken wurde ich dann doch etwas ungeduldig. Nicht regte sich. Hoschi kam dann mit der genialen Idee auf mich zu doch einfach eine Kettensäge zu benutzen! Gesagt, – getan…die Balken wurden zersägt und die Gauben hingen nun jeweils nur noch oben an der Blechvernagelung welche die Gauben von oben her wetterfest machte. Mit einem Hydraulikständer, oder “Franzosen” wie Hoschi ihn liebevoll nannte, hebelten wir dann die Gauben aus und warfen diese jeweils über den Dachvorsprung nach unten weg. Natürlich wurde vorher geprüft ob unten jemand stand. Bei einem Gewicht von gut 200Kg konnte die komplette Gaube niemand mehr halten geschweige denn einen Aufschlag auf den Kopf überleben. Lediglich die Gaube über dem Eingangsbereich sollte nach innen geholt und manuell zerlegt werden. Ein Herunterwerfen kam nicht in Betracht da unter der Gaube direkt das Glasvordach der Haustür angebracht war. Wie sich aber zeigte waren wir drei, doch kräftig gebauten Kerle, nicht in der Lage die Gaube beim ausbauen zu halten so das diese genau auf das Vordach viel und dieses seither ein Loch hat…

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Anschliessend hies es dann Saubermachen! Hier sieht man Hoschi bei der Arbeit. Durch all die Nägel, Holz- und Metallsplitter sowie Teile der kaputten Glasfenster war das gar nicht so ungefährlich. Natürlich durfte beim Putzen das Dach nicht vergessen werden. Viele Dachschindeln waren abgebrochen und lagen nun in der Regenrinne und drohten diese zu verstopfen. Ebenso mußten wir dann noch mal runter und die Reste der herunter geworfenen Gauben einsammeln und trocken einlagern.

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Aufgrund der Witterung, es war schon November/ Dezember 2008 spielte uns das Wetter auch hier so manchen Streich. Daher wurden die großen Löcher, welche die Gauben übrig gelassen hatten, mit Folie verschlossen um ein hinein regnen zu verhindern.

Somit war das wichtigste geschafft und die alten Gauben waren draussen…Nun konnte die Firma Gerhard Schröder einrücken und uns unsere neuen Dachfenster einbauen. Dazu dann hier mehr…

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