Der Putz muss ab! Kampf mit dem Staub
Freitag, 26. Juni 2009 | Autor: Maik
Mitte Herbst ging es in unserem Bauprojekt dann endlich mit den echten Arbeiten los. Die Planungen standen, die Ziele waren klar. Nun war Muskelkraft und Menpower gefragt. Zunächst mußte im gesamten Obergeschoss der alte Putz von den Wänden abgeklopft werden. Dieser war an vielen Stellen sehr marode bzw schon mit den Fingern abmachbar. An anderen Stellen wiederum hielt er noch bombenfest. Also begannen wir Wand für Wand, Zimmer für Zimmer den gesamten alten Putz ab zu klopfen.
Bei Temperatuen von 25c° und mehr sowie einer ziemlich trockenen Luft wurde das ganze zu einer ziemlich staubigen Angelegenheit. Gerade an Wänden wo man den Putz gleich quadratmeterweise abklopfen konnte entwickelte sich unwahrscheinlich viel Staub. Das Atmen viel schwer und Abends hatte jeder von uns ein kreideweises Gesicht. Abhilfe konnten hier zwar Staubmasken aus dem Baumarkt bringen, jedoch waren die nach gut einer halben Stunde komplett verstopft. Das Schwitzwasser in den Masken tat sein übriges so das hier pro Tag einige Masken draufgingen.
Das Abklopfen betraf jedoch nur die alte Küche und das Bad sowie die geraden Wände der Aussenzimmer. Die Dachschrägen waren eine besondere Herausforderung. Diese waren von Innen nach Außen wie folgt aufgebaut. Tapete, Putz (Zum Teil richtiger spiegelglatter Gipsputz) dann ein Stroh gemisch welches den Putz auf den alten Holzbrettern hielt. Die Holzbretter wiederum waren an die Dachsparren genagelt. Außen kammen dann wieder Holzbretter auf den Dachsparren worauf dann eine Schicht Dachpappe und schliesslich die Bitumenschindeln folgten. Unser Ziel war es den Hohlraum zwischen den Bretterschichten bei den Holzsparren zu dämmen. Daher mußte von Innen also alles weg. Der Putz war hier nur schwer abzuklopfen. Durch das Einarbeiten des alten Strohs hielt der Bombenfest. Also legten wir oben an den Schrägen einige kleinere Stellen bis zu den Holzlatten frei und fuhren anschliessend mit einem Nageleisen von oben nach unten hinter dem Stroh entlang. Letztlich war es der einfachste Weg das Stroh aus der Verankerung zu reisen als erst den Putz abzuklopfen und dann das Stroh extra raus zu reisen. Diese Methode funktionierte ganz gut hatte aber eine Übermäßige Staubentwicklung zur Folge.
Zu unserer Freude entdeckten wir im Obergeschoss nach Abriss des alten Putzes, das alle Wände im Fachwerkstil gebaut wurden. Das schaffte natürlich ganz neue Möglichkeiten. Auf den Bildern oben sieht man eine Innenwand welche schon komplett abgeputzt wurde. Weiterhin kann man einen Blick dafür bekommen wie die Dachschrägen aussahen nachdem der alter Putz, das Stroh und die Bretter ab waren. Hinter den noch sichtbaren Brettern ist schon das Außendach. Auf dem letzten Bild bin ich gerade fleißig beim aufräumen. Die Bretter mit herausstehenden Nägeln wurden uns nicht nur einmal zum Verhängnis. Schwere oder schlimme Verletzungen blieben uns aber erspart.
Der Trempel bei den Dachschrägen war komplett gemauert. Während der Abrissphase stellte sich leider heraus das dieser nachträglich gebaut wurde und nicht tragend bzw. massiv war. Ein Abriss des Trempels war somit unvermeidbar um auch die dahinter liegender Fläche effektiv dämmen zu können. Die Zeigelsteine wurden hier Stück für Stück abgehebelt mit einem Hammer oder Brecheisen. Anschliessend wurde jeder einzelne Stein der noch intakt war odrdentlich abgeklopft und geputzt. Wer weiß wo man diese Steine wieder einsetzen kann, und beider der Menge war es zwar ein riesen Auffwand, aber man spart dafür wieder an neuem Material!
Oben auf den Bildern sieht man Sylvi und Harald beim fleißigen Steine klopfen! Auf den Bildern kann man den Staubgehalt in der Luft selbst längere Zeit nach dem Putz abklopfen noch erahnen. Die beiden anderen Bilder zeigen einen intakten Trempel mit Resten von Stroh und Schutt von der Dachschräge und einen bereits weitestgehend abgetragenen Trempel.
Der Schutt wurde übrigens zunächst haufenweise in jedem Zimmer gesammelt. Hier sollte man darauf achten die Schuttberge nicht mittig im Raum auf zu türmen. Die Gefahr das die Decke einbricht ist durchaus gegeben. Besser sollten die Berge entweder verkleinert und geteilt werden und/ oder an den Wänden angehäuft werden.
Zum Abtransport bestellten wir uns einen Container sowie eine Schuttrutsche. Geplant war für das Wegschaffen des Abfalles zunächst ein Wochenende unter Hilfe der Rehmer Feuerwehrkameraden. Allerdings schafften wir den ersten Container dann mit Hoschi bereits am Freitag zuvor zu 3/4. Als ich dann Samstag von der Arbeit auf die Baustelle kam war der Container übervoll und unsere spätere Küch dafür umso sauberer. Insgesamt wurden zwei Container a 7qm³sofort abgeholt und gute 10qm³ liegen noch auf unserem Gelände. Durch die laufenden Arbeiten wächst dieser Berg jedoch mehr oder weniger weiter an. Beim Bauschutt hat es uns natürlich als Bau-DAUs voll erwischt. Der Unterschied zwischen Kostenvoranschlag und Endpreis lag letztlich bei über 100%! Der Grund hierfür ist so einfach wie dumm. So haben wir uns einen kostenvoranschlag für Bauschutt eingeholt. Also Putz, Steine und etwas Putzstroh. Im Endeffekt hat die Deponie unseren Container jedoch komplett gefilzt und festgestellt das wir eben mehr als 10% Beischutt hatten. Also mal etwas mehr Stroh oder oder mal ein Stück Holz usw. Und plötzlich war der Container nicht mehr voller Bauschutt sondern voller Bauabfall was den Preis sofort verdoppelte…Naja, viel darüber geärgert und irgendwie auch draus gelernt…
© 2009, commaik. Alle Rechte liegen beim Autor.
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Interessanter Beitrag! Gebookmarkt
Hallo,
vielen Dank für den interessanten Beitrag! Renovierungsarbeiten machen wirklich immer eine Menge Dreck. Meine Freundin hält am liebsten auch jedes mal ihren Kobold Staubsauger daneben, wenn ich und meine Kumpels wieder am Schleifen und Sägen sind. Demnächst steht auch wieder eine Renovierung an und mal gucken, wie gut es diesmal gelingt, nicht so viel Staub aufzuwirbeln.
Viele Grüße,
Max