Projekt Poolbau – Verrohrung im Technikhaus

Gepostet am Mrz 7, 2017 in Das Haus, Der Garten, Pool und Terasse

Projekt Poolbau – Verrohrung im Technikhaus

Mit dem Anschluss der Zu- und Ableitungen sowie des Solarabsorbers waren alle Installationen für den Grundbetrieb des Pools fertig. Nun fehlte nur noch die Installation im Technikhaus. Hier sollte der Zulauf vom Skimmer zur Pumpe führen und von dort zur Sandfilteranlage. Von dieser wiederum sollte das Wasser dann über die Chemiedosierung wieder in den Pool  zurück gepumpt werden. Das ganze sollte durch einen automatisierten Bypass für die Solaranlage ergänzt werden.

Und zur Krönung sollten sämtliche Komponenten redundant mit dem  Wasser versorgt werden. So wollte ich sicherstellen das einzelne Bauteile während des Betriebes ausgeschaltet oder sogar ausgebaut werden können ohne den Wasserkreislauf zu unterbrechen.

Doch bis zur Inbetriebnahme war es noch ein weiter Weg und so musste zunächst – mal wieder – ein Plan erstellt werden. Bei meinen Recherchen im Internet hatte ich mir ja bereits viele Ideen  und Anregungen geholt aber, auch das sei hier erwähnt, einige Sachen ergaben sich dann doch einfach highlive.

Um einen Überblick über die (noch) benötigten Bauteile wie Rohre oder Fittinge zu  bekommen, baute ich die Anlage zunächst im Keller auf dem Fußboden liegend auf. So konnte ich schnell abschätzen wie viel Platz ich später benötigen würde. Natürlich war es so auch deutlich einfacher die noch fehlenden Teile zu beziffern. Neben dem Flexrohr, dem PVC Rohr und den zugehörigen Winkeln benötigte ich weiterhin Schellen, Stabschrauben, Eisenwinkel und  Absperrhähne. Aber auch verschiedene Spezialteile wie eine Anbohrschelle für den Temperaturfühler oder eine Chlordosierstation inklusive passender Übergänge auf mein 50mm Rohrsystem  durften nicht fehlen.

Und während draußen im Garten nach und nach die Baugrube größer wurde, wuchs auch meine Versuchsanlage im Keller.

Mit dem Aufbau des Pools und der Verlegung der  Anschlussrohre in das Pooltechnikhaus war es dann soweit, die Installation konnte beginnen. Mit einem Übergang vom 50mm Flexrohr auf PVC Klebemuffe wurde zunächst die Pumpe  angeschlossen.

Die Klebetechnik toleriert faktisch keine Fehler, ist aber bei richtiger Handhabung auch recht einfach in der Anwendung. Zunächst werden hierbei die zu verbindenden Rohrenden  bzw. die Innenseiten der Fittinge mit einem speziellem PVC Reiniger saubergemacht. Anschließend wird der PVC Kleber vollflächig auf die zu klebenden Stellen aufgetragen. Da bei meinem  Kleber eine kleine Bürste zum Auftragen in den Deckel integriert war, ging dies auch recht sauber und einfach. Anschließend werden die beiden Rohrhälften so ineinander gedrückt, das der  überschüssige Kleber am Rand herausquillt. Nach meinen Erfahrungen ist viel Kleber definitiv besser als zu wenig. Den überschüssigen Leim wischt man dann einfach mit einem Tuch oder  Küchenrolle ab. Nun das ganze noch gut 10 Minuten trocknen lassen und fertig.


Da man an den geklebten Stellen nun auch definitiv nichts mehr ändern kann, ist es absolut sinnvoll die gesamte  Installation zumindest Abschnittsweise zunächst „trocken“ – also ohne Kleber – zu verlegen. So lassen sich Fehler erkennen und ausbessern.

Von der Pumpe ging es dann weiter an den Eingang  der Sandfilteranlage. Hier entschied ich mich den größeren 50mm Durchmesser der PVC Rohre beizubehalten, und nicht wie häufiger gesehen einen 38mm Poolschlauch zu verwenden. Dies  macht den Aufbau zwar weniger flexibel was das Verrutschen von Pumpe oder Sandfilter betrifft, garantiert mir aber eine höhere Durchflußmenge.

Das Mehrwegeventil meines Sandfilters verfügt  über insgesamt 6 Stellungen bei 3 Rohranschlüssen. Neben dem Zulauf von der Pumpe und den Rücklauf in Richtung Pool musste an dieser Stelle auch ein Abfluss angeschlossen werden. Auch  dieser wurde mittels PVC Rohr eingebaut. Da mir das Sichtglas am Mehrwegeventil als zu klein erschien baute ich in den Abfluss auch ein 20cm Klarglas-PVC Stück ein. So kann ich den Grad der  Wasserverschmutzung bei einer Spülung des Sandfilters problemlos erkennen.

Der Rückfluss vom Sandfilter wurde dann wieder an meine OSB-Wand gelegt und in regelmäßigem Abstand mit  Rohrschellen fixiert.

Vor dem Bypass für den Solarabsorber setzte ich dann eine Anbohrschelle. Mittels dieser kann man ein Loch für eine Eintauchhülse in das PVC Rohr bohren ohne das dieses  undicht wird. In diese Eintauchhülse wurde dann der Temperaturfühler für die IST-Temperatur des Pools gesetzt. In Verbindung mit dem zweiten Temperaturfühler direkt an meinem Solarabsorber ergab sich dann eine Temperaturdifferenz welche die Solarheizung bei Bedarf automatisch zuschalten sollte.

Der Bypass selber ist vom Prinzip her recht simpel aufgebaut. Das  Wasser kommt vom Filter und durchfließt den offenen Bypass in Richtung Pool. Wird das Absperrventil jedoch geschlossen, muss das Wasser den Umweg über die Solaranlage nehmen um dann  nach der Erwärmung wieder direkt hinter dem Absperrventil in das bestehende Rohrsystem einzufließen.

Die beiden Absperrventile am Zu- und Rücklauf des Solarabsorbers sind immer offen,  könnten aber im Wartungsfall manuell geschlossen werden. Zwar könnte dadurch auch bei einem offenen Bypass das Wasser teilweise mit durch den Solarabsorber fliesen, aber angesichts eines  Höhenunterschiedes von 3 Metern sowie eines Streckenlänge von insgesamt gut 30 Metern ist dieser Anteil zu vernachlässigen – schließlich sucht sich das Wasser immer den einfachsten Weg.

Das System wurde an dieser Stelle so gebaut das ich perspektivisch auch eine Wärmepumpe zusätzlich nachrüsten könnte. Direkt nach dem Bypass kommt die Dosierstation.

In unserem alten  aufblasbaren Bestwaypool verwendete ich immer einen Schwimmdosierer in welchen man die Chlortabletten einfüllte. Allerdings trieb der, auch durch die Abdeckfolie gehalten, immer auf der  gleichen Stelle so das der Pool dort immer stark ausblich.

Mit der Dosierstation sollte das Chlor, oder andere Chemikalien, dann direkt in den Rücklauf zum Pool abgegeben werden. Mit der  Justierung der Abgabemenge an der Station ist es so möglich lediglich einmal zum Beginn der Saison die benötigte Menge an Big Tabs vom Chlor einzulegen und für den Rest der Saison Ruhe zu  haben.

Sollte ich die Durchflußmenge erhöhen müssen, zum Beispiel beim Anschluss eines Poolsaugers, kann ich die Dosierstation ebenfalls mittels dann zu öffnenden Absperrventil überbrücken. Mit dem Übergang auf den Flexschlauch war der Kreislauf wieder geschlossen. Bei der Befüllung des Pools mit Wasser lief dieses dann über den Skimmer und die Einlaufdüsen auch mit in die Filteranlage. Und als sich sämtliche Klebepunkte als Dicht erwiesen, konnte die Pumpe, nach erfolgter Entlüftung, in Betrieb genommen werden.

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