Projekt Poolbau – Elektroinstallation

Gepostet am Mrz 7, 2017 in Blog, Das Haus, Der Garten, Pool und Terasse

Projekt Poolbau – Elektroinstallation

Nachdem ich in den letzten Blogeinträgen den Aufbau des Stahlwandpools, den Anschluss der Verrohrung und auch die Installation der Solaranlage beschrieben habe,  möchte ich in diesem Beitrag die Details der elektrischen Anlagen beschreiben.

Im großen und Ganzen besteht dieser Teil aus zwei Komponenten: Dem Schaltschrank im Haus und die  Elektrotechnik im Pooltechnikhaus. Da beides aber gut aufeinander abgestimmt werden sollte, musste auch hier zunächst ein Plan erarbeitet werden.Hierzu stellten wir uns zuerst die Frage was  genau wir zwingend brauchen, was wäre „Nice to have“ und was sollte an „Vorbereitungen“ für spätere Einbauten installiert werden.

Die Frage des absolutem Minimum war schnell geklärt: Die  Pumpe und der Unterwasserscheinwerfer benötigen Strom welcher vom Haus in das Technikhaus gelegt werden müsste. Auch die Solarsteuerung und der Stellmotor für den Solarbypass  benötigten eine Spannung. Mit einer Lampe und Steckdose für das Technikhaus selber waren bereits 6 Verbraucher – und somit das absolute Minimum – gesetzt.

Um den späteren Betrieb  weitestgehend zu automatisieren würde das aber nicht reichen – womit wir bereits bei der „Nice to have“ Rubrik wären. So sollte die Pumpe über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, gleichfalls  aber auch unabhängig der aktuellen Zeitschaltung An- und wieder Ausgeschaltet werden können. Die Solarsteuerung sollte auch nur in Betrieb gehen wenn auch die Pumpe lief – sofern man dies  nicht manuell überbrücken würde. Licht und Steckdose sollten natürlich immer mit Spannung versorgt werden. All das mußte natürlich auch entsprechend abgesichert werden da sich die  elektrischen Anlagen in der Nähe des Wassers befinden und somit eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen.

An Vorbereitung für später wäre zum Beispiel die Möglichkeit zum Einbau  einer Wärmepumpe oder die Versorgung weiterer elektrischer Verbraucher auf der Poolterrasse wie zum Beispiel Terrassenspotlampen zu nennen.

All das sollte nun in unsere Planungen mit  einfließen und entsprechend vorbereitet werden. Bezüglich der Absicherung und dem Anschluss eines zusätzlichen Sicherungsunterverteiler habe ich mich an den Elektriker meines Vertrauens  gewendet der mir darüber hinaus noch manch anderen guten Tipp – Stichwort Erdung am Pool – gab.

Aber nun zum Aufbau: Da mein bisheriger Elektroverteilerschrank an der entgegengesetzten  Seite des Keller verbaut war und ich nicht zig neue Kabel durch meine Kellerräume ziehen wollte, mußte zunächst ein neuer Unterverteiler installiert werden. Hierfür zog ich ein neues Kabel vom  Hauptverteiler durch die Kellerdecken bis in den Installationsraum. Auch wenn das Gefriemel mit diesem großen und doch recht steifen und unhandlichen Kabel kein zuckerschlecken war, bin ich  roh das ich damals beim Aufbau einzelner Kellerräume die nun passiert werden mussten, entsprechende Leerrohre vorsorglich verlegt zu haben.

Im Kellerraum baute ich zunächst einen  Wandschrank mit Gipskartonplatten auf und setzte den HAGER Unterverteiler. An diesem wurde dann das Kabel von der Hauptverteilung aufgeklemmt. Neben Garage, Starkstromanschluß für  Großverbraucher und einer Reservereihe hatte ich nun eine ganze Sicherungsreihe nur für den Pool.

Diese musste nun so aufgeklemmt werden das ich einzelne Verbraucher per Zeitschaltuhr  unter Strom setzen konnte, und andere dauerhaft. Gleichzeitig musste die Zeitschaltuhr überbrückbar sein. Ein schneller FI Schutzschalter und eine zusätzliche Sicherung je Schaltkreis sollten die Sicherheit weiter erhöhen. Die gesamte Schiene läuft darüber hinaus auch noch über einen separaten Stromzähler welcher den Momentanverbruach und den Gesamtverbrauch in KWh anzeigt. Dieser Zähler ist nicht größer als ein gewöhnlicher Sicherungsautomat und sitzt rechts auf der Schiene.

Ich hatte lange überlegt wie ich die Umsetzung mit der Zeitschaltung lösen sollte. Mein erster Plan war es übrigens 5 Steckdosen im Technikhaus parallel mit jeweils  einer Steckdosenzeitschaltuhr zu betreiben. Aber ein guter Rat eines befreundeten Elektrotechnikers brachte mich dann auf die Idee die Zeitschaltung auf der HUT-Schiene im Sicherungskasten  zu platzieren. Hier werkelt nun seit einigen Monaten eine Theben Zeitschaltuhr ihrer Dinge.An dieser können für jeden Tag zig individuelle Zeitprogramme programmiert werden –  mittels Adaptersteckkarte sogar am PC.

An dieser Uhr hängt im Pooltechnikhaus nun eine Steckdosen-Schalter-Kombination für die Pumpe und den Trafo welcher wiederum den Solarstellmotor  betreibt. Über eine einfache Tastenkombination kann ich das laufende Zeitprogramm jederzeit übersteuern und zusätzlich im Technikhaus alles abschalten. Tolles Teil!

Von der Unterverteilung  verlegte ich dann ein starkes 5-adriges Kabel zum Technikhaus. Da ein Großteil des Garten zu dieser Zeit freigelegt war konnte dieses Kabel bequem in einem 80er Drainrohr, mit Schutzvlies  umwickelt, in die Erde eingebracht werden. Das Drainagerohr dient mir nun auch zukünftig noch als Leerrohr für den Fall das ich zusätzliche Kabel einbringen muss. Um dieses unter Spannung  stehende Kabel nun aber noch besser gegen unabsichtliches Beschädigen zu schützen legte ich es zusätzlich in einen alten Sandstrahlschlauch. Auf diesem kann man mit der Axt oder dem Spaten  einschlagen ohne dass das Kabel im Inneren Schaden nimmt.

Im Technikhaus installierte ich zunächst die Unterverteilerboxen. Diese waren jeweils in der wassergeschützten Ausführung  erworben worden – laut Verpackung sogar wasserdicht. Nun mussten noch die einzelnen Verbraucher angeschlossen werden.

An die Versorgung von der Zeitschaltuhr setzte ich hierfür eine  Kombination aus Lichtschalter und Steckdose von BuschJäger. Der Lichtschalter steuert, neben der Zeitschaltuhr und der Sicherung, zusätzlich direkt die Steckdose an welcher die Pumpe  angeschlossen wird. Gleiches vollzog ich mit dem Anschluß des 12V Trafos der den Stellmotor für den Solarantrieb mit Strom versorgt. Das Transformator-Modell von Eltra ist speziell für diesen  Einsatz in der Nähe von Wasser konzipiert (Schutzklasse IP 65). Allerdings habe ich den Trafo über den Lichtschalter geklemmt und auf eine zusätzliche Steckdose verzichtet.

Im Ergebnis läuft  nun die Pumpe und der Stellmotor (wiederum abhängig von der Temperatursteuerung) immer zu den einprogrammierten Zeiten sofern ich diese nicht manuell an der Thebenuhr überbrücke. Am  Dauerstrom wurde ebenfalls ein großer Eltra Trafo über einen Lichtschalter installiert. Dieser versorgt den LED Unterwasserscheinwerfer mit Strom. Perspektivisch könnte ich hier aber noch weitere 12V Leuchtmittel anschließen um zum Beispiel den Poolterassenbereich aufzuhübschen.

Den Unterwasserscheinwerfer haben wir in der folgenden Nacht natürlich gleich getestet. Ein wunderbarer Anblick. Das blaue Licht schimmerte bis an die Decke in unserer Wohnung und verbreitete Mittelmeerfeeling.

Meine Solarsteuerung, also die automatische temperaturabhängige  Zuschaltung des Solarabsorbers, übernimmt mein TDR 2004. Hierbei handelt es sich um einen Computer der mittels Relais den Stromkreis an meinen Stellmotors vom Bypass öffnet oder  schließt.

Der TDR 2004, welcher ebenfalls am Dauerstrom betrieben wird, vergleicht kontinuierlich die Temperatur des Poolwassers an der Eintauchhülse hinter dem Sandfilter und dem Sensor  direkt auf meiner Solarmatte. Liegt die Differenz im programmierten Bereich wird der Stromkreis geschalten und der Stellmotor öffnet den Bypass über die Solarheizung. Weiterhin kann man am  TDR 2004 natürlich auch noch verschiedene Daten wie bisherige Höchst- und Tiefstwerte der beiden Temperaturfühler oder die gesamte aktive Schaltzeit abfragen.

Der TDR 2004 ist also  permanent am Strom und schaltet den Stellmotor via Relais zu oder aus. Dieser Wiederum bezieht seine Spannung aus dem kleinen Eltra Trafo und läuft somit nur zu den Zeitschaltuhrprogrammen – so wie ich es haben wollte.

Der Stellmotor ist übrigens ein Belimo mit Federrücklaufantrieb auf 12V Basis. Diese Motoren werden zum Beispiel bei Fassadenjalousien  verbaut. Mit anliegender Spannung wird die Kolbenaufnahme um 90° gedreht. Liegt keine Spannung mehr an zeiht die Feder den Kolben wieder in die Ausgangsstellung zurück.

Den Belimo habe  ich dann direkt an meinem Ventil vom Bypass eingebaut. Nachdem ich den Griff des Schiebers einfach abgezogen hatte, konnte ich den Bolzen direkt in die Öffnung des Belimo stecken und  fixieren. Mit Schaltung des Relais wird das Ventil also um 90° gedreht und somit geschlossen – womit das Wasser dann den langen Weg über die Solaranlage nehmen muss. Ist der Strom weg  wird das Ventil wieder geöffnet. Nach einigen Monaten Rückblick kann ich sagen das alles tadellos funktioniert.

 

Mein TDR 2004 öffnet den Bypass bei einer Temperaturdifferenz von Poolwasser  zu Solarabsorber von mindestens 5°K. Ab 30°C Poolwassertemperatur bleibt der Bypass aber unabhängig von der Solartemperatur geschlossen damit das Wasser nicht zu warm wird. Mit dem  Einbau einer Feuchtraumlampe und einer zusätzlichen Steckdose im Technikhaus war es dann schon fast getan. Lediglich eine Feuchtraumdoppelsteckdose im geschützten Aussenbereich unter  dem Technikhausdach kam im Herbst noch hinzu. Hier hatte ich nun endlich die Möglichkeit unseren Poolroboter direkt am Pool mit Strom zu versorgen ohne ein Verlängerungskabel aus dem  Technikhaus zu ziehen.

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