Der PREFA Stier kommt auf das Dach

Gepostet am Jan 20, 2016 in Blog, Das Dachgeschoss, Das Haus, Geschichten vom Bau

Der PREFA Stier kommt auf das Dach

Das Jahr 2015 war für uns und unser Haus durchweg von Großprojekten geprägt. Neben der Fassade und dem Gartenhaus nebst Aussenanlagen, mussten wir auch unser Dach neu eindecken lassen. Dies war zwar erst in einigen Jahren geplant musste aber vorgezogen werden. Was war passiert?

Im Sommer 2015 zogen mehrere heftige Unwetter über unseren Wohnort und zerstörten große Teile unseres Daches. Dieses war zu diesem Zeitpunkt mit Bitumenschindeln belegt. Diese hatte der Sturm großflächig abgerissen und das Regenwasser lief direkt durch die Decke. Nachts mit Eimer und Handtüchern zu versuchen sein Haus zu “retten” eröffnet ganz neue Perspektiven. Eine gewisse Hilflosigkeit konnten wir uns in diesen Momenten nicht absprechen.

Kurz nach dem Unwetter wurden die schadhaften Stellen zunächst von einer ortsansässigen Dachdeckerfirma notabgedichtet. Die Handwerker schweißten großflächig Bitumenschweißbahnen auf die schadhaften Stellen um das Dach erst einmal wieder dicht zu bekommen. Um die Trockenlegung des Dachbodens, der Balken und Zwischendecken kümmerte sich unsere Versicherung. Diese schickte uns zeitnah eine spezialisierte Firma welche über 4 Wochen unseren Boden mit großen Luftentfeuchtern wieder trocken bekam.

Das Schlimmste und Nötigste war also zunächst erledigt. Doch es mußte weiter gehen und eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Da unser Dach von der Form her eher groß und stark verwinkelt ist war die Auswahl der richtigen Dacheindeckung gar nicht so einfach. Das Oberdach war noch die kleinste Sorge. Die Mansarde stellte uns da schon vor größere Probleme. In dieser hatten wir unsere sechs Dachfenster eingebaut. Und je nach Art und Form der neuen Dacheindeckung hätten die Dachfenster nochmal ausgebaut werden müssen um dann wieder in der richtigen Tiefe zur neuen Dacheindeckung eingebaut zu werden. Dies würde dann natürlich auch umfangreiche Arbeiten im Innenbereich an den Fenstern nach sich ziehen. Wir suchten also eine Dacheindeckung die flach ist und mit welcher wir die aktuelle Position unserer Dachfenster beibehalten könnten.

An dieser Stelle kam das Aluminium Schindel System von Prefa ins Spiel. Prefa Dächer hatten mir schon immer gefallen da sie neben einer super Optik auch eine sehr gute Qualität und Sicherheit bieten. Nur beim Preis hatte ich immer Bauchschmerzen. Erstaunlicherweise nahm sich in unserem Fall das Prefadach kaum etwas im Vergleich zu einem Ziegeldach. Während die teureren Prefa-Schindeln mit einer Folie als Trennlage direkt auf das alte Dach geschlagen werden konnten, hätte beim Ziegeldach zunächst die Lattung und Konterlattung gesetzt werden müssen. Dies und die nötigen Umbaumaßnahmen an den Fenstern machten den preislichen Vorteil eines Ziegeldaches wieder wett.

Nach der Einholung mehrere durchweg guter Angebote entschieden wir uns dann für die Prefa-Trapez-Schindeln aus Aluminium in anthrazit. Die Arbeiten wurden dann durch den örtlichen Dachdeckerbetrieb Mallok ausgeführt.

Zunächst wurde um unser Haus ein komplettes Gerüst gestellt. Durch die Dachvorsprünge, die Mansarde und unsere Türme war dies deutlich aufwendiger als bei einem Standarthaus. Wir nutzten dann natürlich die Gelegenheit und sanierten auch Großteile der Fassade – doch dazu in den anderen Beiträgen mehr. Auch die Fenster- und Simsbleche wurden gleich erneuert.

Das Gerüst erstreckte sich über 5 Etagen und teilweise sogar auf eine Sechste. Jeder Bereich des Daches war somit gut erreichbar. Auch die Aussicht von ganz oben über unseren Wohnort war wunderschön:

Die Dachdecker begannen zunächst mit dem Oberdach. Durch den Sturmschaden war dieses am anfälligsten gegenüber neuen Schlechtwettereinflüssen. Das gute Wetter im Herbst spielte uns hierbei in die Hände und die Arbeiten gingen gut voran. Reihe für Reihe wurde verlegt. Durch die vielen Ecken, Kanten und Kehlen war dies natürlich sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig. Bei diesem Prefa System wird jede Schindel auf der Dachverschalung vernagelt. Gleichzeitig ist jede Schindel mit allen 4 umliegenden Schindel durch eine Falz verzahnt. So ergibt sich eine sehr hohe Stabilität. Prefa garantiert sogar eine Beständigkeit bei 200km/h Windgeschwindigkeit. Bei meinen allabendlichen “Spaziergängen” über das Dach konnte ich mich vom Werbeslogan vollends überzeugen – Prefa, Stark wie ein Stier.

Im Oberdach wurden die alten Dachluken aus DDR Zeiten entfernt und durch neue Dachfenster ersetzt. Auch hier entschieden wir uns für Qualität Made in Germany und setzen auf ROTO Fenster. Diese haben wir ja bereits in der Mansarde verbaut und sind sehr zufrieden.

Die drei Schornsteine wurden ebenso mit Prefa-Blech verkleidet wie die Wangen an unserem Erker. Auch hier sollte nun Ruhe herrschen. Bei den neuen Dachrinnen setzten wir auf Titan-Zink welches sich auch farblich vom anthrazitfarbenen Dach abhebt. Spannend wurde dann wieder die Frage nach dem passendem Schneefang. Auf dem Oberdach und den Mansardenbereichen direkt über den typischen Laufwegen haben wir richtige Schneefangitter verbauen lassen. Diese sind ebenfalls von Prefa und aus Aluminium – dennoch sehr stabil. An den anderen Bereichen wurden lediglich kleine Schneestopper verbaut. Diese stoppen ebenfalls den Schnee oder zerklüften abgehende Lawinen.

Der große Turm auf der Südseite war natürlich eine ganz eigene Herausforderung. Durch die enge Rundung wäre eine Anbringung von Trapezblechen doch sehr materialaufwendig und zeitraubend gewesen. Aber auch hier bietet Prefa die passenden Elemente. So wurde die Rundform des Turmes ausgemessen und mehrere große dreieckige Bleche angefertigt. Diese wurden dann Stück für Stück am Turm angebracht. Um dem Wetter, welches mit der Zeit doch schlechter wurde, zu trotzen, spannten sich die Dachdecker eine große Plane über den gesamten Dachbereich. Ein Zelt über dem Haus.

Nachdem das Oberdach fertig eingedeckt war begannen die Arbeiten an der Mansarde. Das Prinzip der Verlegung wurde auch hier fortgeführt. Schwerpunkte waren zum einen die Wangenverkleidung und der Podest vor dem Erker als auch die Einbindung der bereits bestehenden Dachfenster.

Der Podest vor dem Erker wurde mit Zinkblech ausgeführt und dann nach oben hin mit den Prefa Schindeln weitergeführt. Die Einbindung der Dachfenster klappte auch sehr gut. Lediglich die Eindeckrahmen mussten ausgetauscht werden. Dies war aber von Außen möglich ohne in den Innenbereich der Fenster einzugreifen.

 

Nach gut sechs Wochen war das Projekt dann abgeschlossen. Das gesamte Dach war neu eingedeckt. Die Regenrinnen und Fallrohre waren erneuert worden ebenso wie der Schneefang. Die Fenster im Dachboden wurden ersetzt und die Fenster in der Mansarde in die neue Dacheindeckung eingebunden. Neben einer Superoptik ist unser Dach nun auch wieder absolut dicht. Wir haben bisher den Schritt zu Prefa nicht bereut und können das System nur weiterempfehlen. Auch eine erhöhte Lautstärke bei Regen oder Hagel ist nicht belegbar. Da wir vorher ja auch eine Schindeleindeckung hatten ist kein Unterschied hörbar. Die Wärmedämmung die ich ja im Zusammenhang mit der Neueindeckung vornehmen muß habe ich übrigens per Zwischensparendämmung von innen bewältigt.

 

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  1. Sanierung der Ost-Fassade | commaik - […] Zusammenhang mit der Neueindeckung unseres Daches bot es sich natürlich an, das Baugerüst auch gleich für Fassadenarbeiten zu […]

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