Der Bau unserer Gabionen Terrasse zum Abfang des Hangs

Gepostet am Jun 9, 2014 in Blog, Der Garten

Der Bau unserer Gabionen Terrasse zum Abfang des Hangs

Bereits 2010 haben wir in unserem Garten eine Gabionenwand zum Abfangen des Hanges gebaut und somit auch gleich die Möglichkeit und den Platz für eine zweite Gartenterrasse geschaffen. Und da ich im Moment die Trocknungszeiten am freigelegten Fundament abwarten muß werde ich heute einen Beitrag zur Gabionenterrasse schreiben.

Zunächst möchte ich jedoch noch einmal in Erinnerung rufen wie unser Garten, und hier speziell der Bereich dieser Gabionenterrasse, früher einmal aussah. Vom Haus fiel ein Hang Richtung Süden ab welcher mit Efeu, Büschen und Sträuchern komplett überwuchert war. Nach dem Kahlschnitt und dem Entfernen der Wurzeln zeigte sich eine Hügellandschaft die einem Bombeneinschlag glich. So gab es damals für uns nur zwei Möglichkeiten.

  1. Der Hang wird weiter ausgemistet und mit Erde schön angefüllt um eine schöne, wenn auch extrem abfallende, Rasenfläche zu schaffen.
  2. Der Hang wird mit einer Mauer eingefangen auf welcher sich dann oben ein Plateau ergeben würden und unten wäre der Rasen dann nicht mehr so steil.

 

Nachdem wir uns einstimmig für die zweite Variante entschieden hatten ging es an die Planung. Die Stützmauer sollte im Osten auf Flucht mit dem Haus liegen und Richtung Westen soweit wie nötig gezogen werden. In der Tiefe sollten alle Wurzeln und Unebenheiten der Kraterlandschaft eingemauert werden. Insgesamt kamen wir dann auf eine Tiefe von gut 5-6 Metern und eine Breite von 7 Metern. Beim Material entschieden wir uns dann gegen eine Natursteinmauer sondern für eine Steinkorbwand – Neudeutsch: Gabionenwand. Im Internet fanden wir hierzu auch zahlreiche Angebote von Gitterboxen zum selber füllen bis zur fertigen Wand inkl. Lieferung und Aufbau durch einen Kran. Nach dem Vergleich der Angebote fiel unsere Wahl auf den Anbieter „Draht-Driller“ mit seinen Gabionen zum selber zusammenbauen in den Maßen 100x100x50. Die Lieferung erfolgte zeitnah durch eine Spedition. Auf einer Palette bekamen wir dann die einzelnen Gittermatten und Spiralstäbe um jeweils eine Gabione im gewünschten Maß zusammen zu bauen. Durch den Bau einer Gabionen Wand – bei der mehrere Körbe zusammengebaut werden, ergab es sich aber das jeweils eine Zwischenwand und einiges an Spiralstangen übrig blieb. Diese wurden dann anderweitig verbaut oder dienen im Falle der Spiralstöcke noch heute als Rankhilfe. Nun konnte es ans Setzen der Gabione gehen.

Zunächst begann es wieder wie so oft im Garten, mit meinen beiden Freunden Buddelflink und Grabetief. Mit einer Richtschnur wurde der spätere Verlauf gekennzeichnet und eine ebene Grundfläche für die Gabione ausgehoben. Gerade im Hangbereich, wo eine tiefere Grabung erfolgen mußte, war der verwurzelte Boden ein Grauen. Aber gemeinsam mit Hoschi konnte der Boden für die Körbe geebnet werden. An der Süd-Ost-Ecke mußte ich dann sogar aufschütten da mir hier ein guter halber Meter an Höhe fehlte. Diesen halben Meter wollte ich jedoch nicht mehr in der gesamten Fläche abgraben so das ich die Ecke mit Schotter und Beton aufgefüllt habe.

Anschliessend wurde die gesamte Grundfläche auf welcher später die Körbe stehen würden mit Schotter aufgefüllt und verfestigt. Dies sollte verhindern das sich zuviel Wasser innerhalb des Gabionenbereiches ansammeln konnte. Nun konnten die Körbe aufgestellt werden.

Von Innen spannte ich übrigen ein Drainageflies welches verhindern sollten das die eingefüllte Erde irgendwann vorne durch das Regenwasser heraus gespült werden würde.

Nun kam der wirklich anstrengende Teil, das Befüllen der Gabionen mit Steinen. Vom Bau unserer Einfahrt hatte ich noch jede Menge Pflastersteine übrig welche ich zum Befüllen der Gabionen verwenden konnte. Leider war dies nicht so einfach wie geplant da die Steine oben zwar Rechteckig waren, nach unten aber konisch bearbeitet wurden. Die Steine waren somit nicht ohne weiteres stapelbar und es zog sich ewig hin die Mauer statisch stabil und trotzdem von außen optisch ansprechend zu befüllen. Im in der Erde gelegenen Hangbereich brachte ich aber zum Beispiel die Fliesen aus dem Rückbau im Haus wunderbar unter. Diese ergaben in die Gabionen gestapelt eine wunderbare Last und verbrauchten auch enormen Füllraum. Generell habe ich große unhandliche Steine aus dem Rückbau an die Innenseite der Gabionen gebaut um Gewicht zu bringen und Platz zu nehmen. Die optisch ansprechenden Steine wurden nur vorne im Sichtbereich untergebracht.

Nachdem ich die beiden Seiten befüllt hatte neigten sich aber meine Pflastersteine dem Ende so das ich entsprechenden Nachschub brauchte. Hier hatten wir aber bereits in der Planungsphase an den Steinbruch im Nachbarort gedacht. Für die Lieferung gab es auch hier zwei Möglichkeiten:

  1. Wir mieten den LKW einen Tag und verladen im Steinbruch handverlesene Steine – Somit hätten wir keine Abfallsteine jedoch eine teure LKW Miete (vom Arbeitsaufwand will ich gar nicht erst reden)
  2. Wir lassen uns eine LKW Ladung Bruchsteine liefern welche vom Radlager im Steinbruch willkürlich ausgesucht wurde – mit dem Risiko das nicht genügend passende Steine dabei wären

Auch hier ergriffen wir die zweite Möglichkeit. Der Aufwand zu Hause vor Ort die Steine zu sortieren und die großen Findlinge mit dem Vorschlaghammer zu zerkleinern war zwar enorm, allerdings gab es ja keinen Zeitdruck. Und so konnte der Mittelteil der Gabione verfüllt werden. Anschliessend wurden auf alle Körbe noch die Deckelgitter montiert und die offenen Stellen mit Schotter und kleineren Granitsteinen verfüllt. – Fertig war unsere Gabionenmauer!

Im letzten Akt mußte dann nur noch der Innenbereich verfüllt werden. Und auch hier kam das Material aus dem Rückbau im Haus wieder zum Einsatz. Schätzungsweise 8-10qm³ alter Sandputz und Ziegelsteine wurden vom Schuttberg – den es ja damals noch gab – in den Gabioneninnenbereich gefüllt.

Obwohl ich damals alles gründlich mit der Maschine abgerüttelt hatte sackte mir die Erde seither ungefähr 30cm – an manchen Stellen sogar 50cm – nach. Aber mit der Erde welche ich aus dem Bau unserer WPC-Terrasse übrig hatte und der Erde vom Bau unseres Brennholzregales wurde der Innenbereich der Terrasse regelmäßig wieder aufgefüllt und abgerüttelt. Zwischendurch stand dort auch schon einmal unserer großer Pool. Jedoch zweigte sich sehr schnell wie schräg die Oberfläche nach war (Das Wasser stand im Pool nur auf der einen Seite).

Unser Ziel ist es später einmal auf dem Podest eine weitere richtige Terrasse anzulegen. Entweder aus WPC-Terrassendielen oder Steinen. Das hat aber noch Zeit…

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