Eichen Echtholz Parkett aufbereiten und kaputte Stäbe auswechseln

Gepostet am Okt 17, 2012 in Blog, Das Erdgeschoss

Eichen Echtholz Parkett aufbereiten und kaputte Stäbe auswechseln

Da ich mittlerweile in zwei Wohnungen das Echtholzparkett im Fischgrätenmuster wieder aufbereitet hatte nutzte ich nun die Gelegenheit in der dritten Wohnung einige Bilder zu machen um meine Vorgehensweise hier beschreiben zu können. Leider sind die Bilder teilweise sehr unscharf, aber ich denke man kann sehen wie wir das alles geschafft haben.

 

Im Wohnzimmer der dritten Wohnung war auf rund 30qm ein original Eichenechtholzparkett im Fischgrätenmuster verlegt. Da dieser Raum über gut 3 Jahre als Lager und Arbeitsraum genutzt wurde hatte der viele Staub und Dreck der sich zwangsläufig ergab einen großen Vorteil. Der alte Lack des Parketts war praktisch durch die Nutzung abgerieben so das sich das Schleifen wesentlich einfacher gestalten sollte als in den anderen Wohnungen. Leider war diese Nutzung gleichzeitig aber auch ein großer Nachteil da sich trotz aller Vorsicht einige Kerben und Löcher nun im Parkett befanden.

Hier nun eine kleine Übersicht des Fußbodens VOR der Behandlung:

Diese beiden Bilder zeigen den Boden dieser Wohnung bei unseren ersten Besichtigungen.

Nach der 3-jährigen Nutzung als Abstellraum/ Lager sowie als Arbeitsraum war der Lack runter und der Boden deutlich dunkler.

Zur Vorbereitung wurde der Raum natürlich zunächst komplett leer geräumt und Platz geschaffen. Auch konnte ich mir wieder die große Schleifmaschine, eine Hummel, von unserem Schreiner ausleihen. Weiterhin wurde diesmal eine Atemschutzmaske sowie ein Gehörschutz zur Pflicht. Diese Schutzmaßnahmen hatte ich bei den letzten Wohnungen nicht und braucht jedesmal ein paar Tage um den Staub aus der Nase und das Summen aus den Ohren zu bekommen.

Zunächst begann ich mit dem groben abschleifen. Hierfür nutzte ich Schleifpapier mit einer 40er Körnung welches sich gut hielt und mangels alten Lack auch kaum verschmierte. In den anderen Wohnung mußte ich damals noch mit der 24 Körnung starten. Ich begann mit dem Schleifen von der äußersten linken Ecke hinten um mich dann in parallelen sich überlappenden Bahnen nach rechts vorne im Raum durch zu arbeiten. Anschliessend erfolgte ein Schliff in entgegengesetzter Richtung um auch die Stellen zu erreichen welche man aufgrund der Größe der Hummel am Anfang der Strecke nicht schleifen konnte.

Nun kam ein dritter Schleifgang diagonal zur Anwendung. Dieser Folgte nun der Linie der Stäbe im Parkettmuster. Ein vierter Schliff erfolgte dann in der entgegengesetzten Diagonale um auch die andere Laufrichtung der Stäbe zu erfassen. Insgesamt wurde das Parkett zu diesem Zeitpunkt nun schon 6 mal geschliffen.

Nun konnte ich auch die defekten Stäbchen gut erkennen. Unser Schreiner schaute sich die Sache an und mußte aber aus Zeitmangel und in Vertrauen auf meine Fähigkeiten die Auswechslung der Stäbe mir überlassen. Er fertigte mir aber zuvor noch einige Brettchen im passendem Maß und Holz und erklärte mir wie ich die Sache angehen sollte.

Hier nun meine Vorgehensweise Schritt für Schritt in Wort und Bildern erklärt. Zunächst wurde das defekte Brettchen vorsichtig mit Speitel, Hammer und Brecheisen heraus gestemmt. Da die Hölzer mit umlaufender Nut und kleinen Holzplättchen als Feder versehen waren mußte ich sehr vorsichtig agieren um die benachbarten Brettchen nicht zu beschädigen.

War das Brettchen dann entfernt wurde das Loch gründlich sauber gemacht. und ein farblich und vom Muster her passendes neues Holzbrettchen ausgesucht. Dieses wurde zunächst in das Loch eingepasst um zu sehen ob das Spaltmaß und Muster in Ordnung waren. Auch die Höhendifferenz mußte noch ausgeglichen werden. Idealer Weise passten die kleinen Holzfederstückchen die ich eben noch ausgebaut hatte perfekt als Unterlage um den Höhenunterschied von altem Parkett und neuem Brettchen auf einen guten Millimeter auszugleichen. Dieser Millimeter würde sich dann später durch den Feinschliff aber nivellieren.

Ich legte also diese Holzfederstückchen deckend im Loch aus. Anschliessend folgte eine kräftige Einfüllung von einfachem Bausilikon als Klebemittel in das Loch. In dieses Bett wurde nun das neue Holzbrettchen eingelegt und plan gedrückt. Um eine Verschiebung vor der Aushärtung des Silikons zu vermeiden habe ich eine Fliese darüber gelegt und diese mit schweren Betonsteinen belastet.

Am nächsten Tag wurde die Beschwerung wieder abgebaut und das Ergebnis begutachtet. Farblich passte alles soweit sehr gut und auch die Höhe ergab kaum Kanten oder Ecken.

Ich denke das sich das Ergebnis für einen Laien sehen lässt, oder?

Einige Brettchen hatten aber keine großen Kerben sondern nur kleinere Kratzer oder Vertiefungen. Wieder andere Lagen an Stellen bei der eine Auswechslung nur unverhältnismäßig aufwändig wäre (z.B. an den Fensterrundungen und Nischen die ich ja zwischendurch ausgemauert hatte). Um diese optischen Mängel zu beheben mischte ich einen Teil des letzten Scheifstaubes, welcher ja farblich zum Holz passen musste, mit einem Schuß Grundierung und Lack an. Diese Paste wurde dann in die Kerben und Löcher eingespachtelt und trocknen gelassen.

Nach sorgfältiger Reinigung mit Staubsauger und Wischmob konnte nach einiger Trocknungszeit die Grundierung aufgetragen werden. Auch hier konnte ich von meinem Schreiner wieder einen Kanister Grundierung und Lack bekommen. Im Übrigen gab es die benötigte Mittel in Menge und Zusammensetzung gar nicht im Baumarkt. Bei geöffneten Fenstern wurde die Grundierung mit einer Lackwalze aufgetragen. Mit einem knapp 3metrigen Farbrollerstab war das ganze sogar recht einfach und bequem.

Nachdem die Grundierung am nächsten Tag dann durchgetrocknet war erfolgte ein weitere Schliff. Diesmal mit 60er Schleifpapier. Das durch die Grundierung zunächst sehr dunkle Holz bekam nun durch das Schleifen eine unwahrscheinlich helle – fast weiße – Farbe. Das Schleifen führte ich analog dem Vorschliff durch, also insgesamt 6mal. Im Übrigen lag der Gesamtabtrag trotz der vielen Schliffe am Ende bei nur wenigen Millimetern.

Nach diesem finalem Schliff wurde der Raum wiederum akribisch gereinigt. Vor dem Lackauftrag sollte kein Staubkrümmel das Ergebnis schmälern. Und damit wären wir schon beim letzen Akt, dem Lackieren. Hierzu wurde der Lack abgefüllt und mit dem Härter versetzt. Diese Mischung wurde nun, wie schon die Grundierung, mit einer Lackwalze aufgetragen. Empfehlenswert scheint es die Lackierung in Richtung des Lichteinfalls (Fenster) zu machen um manchmal entstehende Streifenmuster optisch nicht hervorzuheben. Am nächsten Tag war der Lack getrocknet und der Boden wurde mit einer 120 Körnung erneut von Hand (an)geschliffen. Nach der folgenden Reinigung kam nun der finale zweite Lackanstrich aufs Parkett.

Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Ergebnis:

Auch wenn der ein oder andere Profi sicherlich Fehler in meiner Vorgehensweise findet bin ich doch sehr zufrieden.

 

 

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