Bestandsaufnahme Teil 5 – Das Obergeschoss II

Gepostet am Mrz 15, 2008 in Blog, Das Haus, Das Obergeschoss

Bestandsaufnahme Teil 5 – Das Obergeschoss II

Bereits vor einigen Tagen habe ich ja begonnen hier euch das Obergeschoss vor unseren Umbaumaßnahmen vorzustellen. Leider habe ich dann nach einiger Zeit und gerade mal gut einem Drittel des Geschosses den Beitrag abbrechen müssen. Aber nun geht es weiter. Aufgrund der Übersichtlichkeit und damit die Beiträge nicht zu groß werden gibt es den Rest des Obergeschosses in einem Extra-Thema.

Nochmal zum besseren Verständnis hier der Grundriss des Obergeschosses:

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Nehmen wir also unseren virtuellen Rundgang wieder auf und widmen uns der alten Wohneinheit gleich rechts vom Flur und gegenüber der ersten bereits besichtigten Wohnung.

Die Wohnung selber wird zunächst durch einen Flur abgetrennt. Dieser wurde, wie bereits beschrieben im eigentlichen großen Hausflur nachträglich mit Sperrholzplatten einfach abgetrennt. Von diesem Flur aus gelangte man dann in das Bad, ein Kinderzimmer, die Küche und das Wohnzimmer.

Hier war auch ein große Terme untergebracht. Diese lieferte über Kupferrohre dann warmes Wasser in die Küche und in das Bad. Optisch war es da auch besser das sowohl die Rohre als auch die Terme selbst hinter einem Verschlag versteckt wurden. Ob die Anlage überhaupt noch lauffähig war haben wir nie getestet. Das Ding sollte eh weg.

Gehen wir nun die Räume welche vom Flur abzweigen einmal durch. Beginnen wir mit dem Bad. Die Rückwand des Bades grenzt an den großen Hausflur. Daher war es auch nicht verwunderlich das die Abwasserrohre einfach durch die Wand über den Flur verlegt wurden. Neben einer Badewanne und einem Waschbecken liessen die alten Anschlüsse auch auf einen Standort für eine Waschmaschine schliessen. Die Badewanne wurde auf einen Betonpodest gestellt und anschliessend mit Gasbetonsteinen eingemauert. Links neben dem Fenster sieht man hier übrigens das kleine Loch welches die Schäden an den Gaubenbalken bereits andeutete.

Vom Flur aus links neben dem Bad befand sich eines der Kinderzimmer. Auch dieser Raum war an 2 der 4 Wänden durch einen Trempel und die Dachschrägen gekennzeichnet. Aber hier gab es dann das erste mal in unserer Tour die freistehenden Balken und Ständerwerke. Diese waren dann links und rechts neben dem Fenster in Einbauschränke integriert. Die Schränke stammten offensichtlich noch aus der Bauzeit des Hauses und waren daher über 100 Jahre alt. Technisch aber von völlig in Ordnung. Die Vormieter hatten hier nachträglich ein Hochbett eingebaut und einige Stromleitungen behelfsmäßig neu verlegt:

Weiter im Rundgang folgte neben dem Kinderzimmer die alte Küche. Dieser Raum war ein Durchgangszimmer. Von hier aus gelangte man in das zweite Kinderzimmer. Die Küche selbst war ohne Dachschrägen und hatte daher auch 2 “normale” Fenster. Die Dielen des Bodens waren mit Kunststoffbelag, einer Art PVC Teppich, in Schachbrettoptik belegt. Der Küchenspiegel war gefliest. Auch ein Abzugsrohr zum Schornstein war noch vorhanden. Scheinbar wurde diese Wohnung bis zuletzt mit Öfen betrieben.

 

 

 

 

Hier begannen bereits unsere Planungen wie dieser Raum sinnvoll genutzt werden konnte. Fest stand eines dann schnell: Einen Durchgangsraum wollten wir nicht in unserer neuen Wohnung. Also mussten die Türen und Wände irgendwie anders angeordnet werden.

Wie auf den Bildern zu sehen befand sich hinter der großen Tür das zweite Kinderzimmer. Dieses stand in Symmetrie zum ersten Kinderzimmer. Auch hier waren 2 Wände mit Trempel und Dachschräge versehen. Die Gauben waren auch hier, wie sich später herausstellte, stark angegriffen. Wie im ersten Kinderzimmer gab es auch hier einen Einbauschrank. Ob es jemals einen zweiten wie in den anderen Räumen gab wissen wir bis heute nicht. Dieser Schrank war technisch mehr als in Ordnung. Durch die schwarze Bemalung wirkte er optisch etwas moderner.

Über die Küche und den Flur zurück kam man dann in den letzten Raum dieser Wohnung, das Wohnzimmer. Dieser Raum war etwas ganz besonderes. Zum einen waren die Dielen hier schon einmal geschliffen wurden, so das es optisch sehr ansprechend wirkte, zum anderen erschloss sich an das Wohnzimmer ein weiterer Raum, ein geschlossener Rundbogenbalkon. Das Wohnzimmer hatte Zugang zu gleich zwei Schornsteinen was unserer späteren Planung entgegenkam. Darüber hinaus auch genügend Fläche.

Wie wir später erfuhren hatten sich die Vormieter große Vögel gehalten. Wir tippen auf Aras oder ähnliches. Diese wurden in dem Rundbogen gezüchtet. Spuren der Tiere waren hier an den Wänden und Boden zu finden. Aber all das machte uns nichts aus, allein die Aussicht aus dem Rundbogen durch die vielen Bäume hindurch über die Stadt entschädigte uns für alles was schon war oder noch kommen sollte. Der Boden war hier übrigens nicht mit Holzdielen aufgebaut sondern mit einem Granit-Mosaik.

Verlassen wir nun diese Wohnung zurück zum großen Hausflur und folgen diesem in Richtung Dachbodentreppe zur letzten Wohneinheit dieser Etage. Ein weiterer einzelner Raum befand sich bei der Flurbiegung. Dieser Raum war ebenso wie zum Beispiel die Kinderzimmer der vorhergehenden Wohnung durch einen Trempel und Dachschrägen gekennzeichnet. Allerdings gab es hier 2 Gaubenfenster. Beide aber in nicht optimalen Zustand. An der Südseite war das Fenster darüber hinaus durch den Efeu total verdunkelt. Die beiden Einbauschränke, so schön sie auch waren, trugen mit ihrer Tunneloptik den Rest zur Verdunkelung des Raumes bei. Bis heute sind wir uns bei diesem Raum auch nicht wirklich sicher ob es sich hier um eine eigenständige Wohnung oder um einen Teil einer Wohnung handelte..

Also wenn ich mir heute, wo unsere Wohnung nun bereits fertig ist diese Bilder nochmals ansehe, kommt mir das Grauen. Man staunt an was man sich heran gewagt hat. Aber eines steht fest, es war richtig und wir würden es sicherlich wieder tun…

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